www.mitteldeutsche - letters.de
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Im Projekte-verlag-shop habe ich als Eröffnungsbild Martin Luther gewählt, wie er vor anderen Christen und auch ungläubig Staunenden die Schrift verbrennt, die den Widerruf seiner Texte erzwingen will.

Lieber Bücherfreund,

die Poesie, meine ich, rettet Sinn, Kultur, ja sogar Leben. In der Wahrhaftigkeit sieht ein Leser die Zukunft, weil sie die Tür eröffnet für die Hoffnung auf mehr Menschlichkeit. Heutige Wirklichkeit kann nicht mehr verarbeitet werden. Die Bereicherung der Informationen durch deren Vielfalt führt zur Unabwägbarkeit. Der Wunsch nach gewollter, immer genauerer Wirklichkeit ist keine Alternative für den Zukunftsglauben und macht krank, weil über die Digitalität das Leben unfassbar und unbegreiflich gemacht worden ist.
 
Gesichertes Wissen durch eine bessere Verinnerlichung, das ist der Hoffnungsträger der Zukunft. Die digitale Medienindustrie kennt ihre Möglichkeiten und Grenzen, doch die Optimierung auf den Profit gaukelt den Rezipienten vor, er sei schneller, besser und umfassender informiert, bediente er sich dieser Technik, obwohl es schon längst bewiesen und klar ist, die "Verortung" der suchenden Blicke im haptischen Buch erbringt die bessere Erinnerungsleistung und Vorstellungskraft.

 

Darum streite ich für das Existenzrecht der Poesie, sie ist dem Rationalismus und Formalismus überlegen, weil sie Hoffnung, Zukunftsglaube und Menschlichkeit in sich vereint

 

Der Grund für den Aufbau und Betreuung dieser WEB Site ist:

 

Ich war gestern in einer "Bibliothek", in einer kleinen Stadt. Ich sah nur dicke Paperbacks, billigste Literatur vom Inhalt und der Verarbeitung her. Mehr könne man sich nicht leisten, aber die Bürger würden eine Bibliothek wollen. Wahrscheinlich denken diese Bürger an ihre Kinder, die auch nicht lesen, aber lesen sollten.

Also, ich sehe ein Berufsproblem für Autoren und Verleger, weil die Erzeugung und Verbreitung kreatürlicher Leistungen ständig entwertet wird. Durch:

- unbezahlte Nachnutzung und Nutzung der Urheberrechte,

- die Auflagen und die dingliche Verbreitung keinen kaufmännischen Nutzen mehr erwirtschaften,

- der "investigative" Journalismus zwischen Wahrheiten und Wahrhaftigkeiten "dümpelt" und mit Vermutungen die Fiktion dichterischer Prosa publizistisch vorweg nimmt und ins Unbedeutende schiebt,

- die Bilder ersetzen die Bildung, bald bilden nur noch die Bilder (Affe - Banane - Hunger. Der liebenswerte Affe ist satt und bleibt Affe, liest bzw. bildet sich nicht. Für das Wort Banane braucht man vier Buchstaben. Mit diesen vier Buchstaben bzw. mit der Banane erschließt sich über gedankliche Verkettung das Unsiversum - Frucht, gelb, Container, Schiff, Blatt, Plantage usw.). Die Klugen wissen was gemeint ist. Die weniger Klugen essen oder geben dumme Sprüche ab.

- die Publizisten oder auch Reporter genannt, bieten heute "Dokumentationen" auf Klippschulen-Niveau wegen der Quoten an, das Interesse an der gesamten Epik erlischt, besonders an Prosa, Dramatik und Lyrik,

- die Lesegewohnheiten (Verortung der Augen mit Blicken auf Buchstaben) als Informationsaufnahme (kognitiver Verstand) nehmen rapide ab, die Belastbarkeit sinkt durch Diffusion und somit auch die Anstrengung bzw. eine gesunde "Leidensfähigkeit", die zu Leistungen befähigt,

- die Politik der Kulturminister, die Schulen und Elternhäuser ähneln Experimentier-Einrichtungen, die immer stärker wahl-, regel- und sinnlos Kinder und Jugendliche "beschäftigen", anstelle mit ihnen zu arbeiten und zu lernen...

und andere Gründe. Der Weg zur Literatur, zur guten, führt aber über Versuche, Maßnahmen, Werkstätten, Unbrauchbares und Brauchbares. Es ist ein Jammer, die Deutsche Literatur, wenn es sie überhaupt noch gibt, besteht aus Interessen, Partikeln, Partizipierung, Streit und Rechthaberei und vor allem, aus enttäuschten Autoren und Verlegern. Jeder will und muss Geld verdienen (Drucker, Buchhändler, Buchbinder, Vertriebler usw. usw.) aber Autoren und Verleger "dürfen" vielleicht nur Geld verdienen. Die Kunst ist frei und brotlos und natürlich unwesentlich. Um die Krumen wird gekämpft, mit Haken und Ösen, mit Klauen und Krallen, mit Häme und Unverständnis.

 

Es gibt in D. keine Literatur-Kultur, auch keine ordentliche Literaturkritik und auch nicht das Verständnis, für das Wagnis, für das Risiko und für den Mut (weil, Autoren verstehen nichts vom Geschäft und Verleger sind gierig - so ungefähr läuft es hinter der vorgehaltenen Hand ab). Es kann doch nicht sein, mehr als 90% der Leser haben die Poeten und Dichter an die Publizisten und "investigativen" Journalisten verloren - AUFMERKSAMKEIT durch modernen Konjunktiv-Journalismus!


Die Wahrhaftigkeit (Fiktion, Poesie) hat gegen die Wirklichkeit verloren (Doku, Real-TV, Reportage, Sache usw.), wie ich es schon betonte, bedeutet ein Leben ohne Traum, Wunsch, Ideal, Märchen, Freude und Freiheit im Geiste. 

Heute ist nur gut, ist es nur nützlich, rational, faktisch, teuer. Ein Leben, das nicht mehr träumerisch, phantasievoll, ideal ist, hat keinen größeren Wert mehr. Die Ameise (homo faber) hat über die Grille gesiegt (homo ludens) weil nicht das, was gut für uns ist, in der Mitte steht, sondern das, was eben nützlich (kommerziell) ist.

Nun nochmals zurück zur Überlegung, was nützt es, Autor oder Verleger sein zu wollen (oder auch zu müssen). Kein Mensch braucht ein Buch - aber ohne Buch wären wir wahrscheinlich keine Menschen mehr. Darum ist alles, was uns zum Buch führt, richtig. Der Verstand braucht die Lebendigkeit einer Vorstellung von der Unfertigkeit der Welt, sonst wäre er nicht human...

Das schaffen die universellen 26 Buchstaben und die zehn Zahlen - oder? Bilder? - sieht jeder Affe....
 ROCH

Willkommen gedankliche Vernunft

Reinhardt Cornelius-Hahn

Mansfelder Land
 

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