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Der Text ist länger geworden, mein Zorn ist so groß. Was ist das nur für ein Leben, das nur aus dummen Gequatsche besteht. Vereinsamung wegen mangelnder Teilhabe an der allgemeinen Verdummung. Man hat nur sich, so oder so. Da leben sie auf ihren Dum-Dum-Planten und man verliert alle Gespräche und Inhalte und verdorrt auf seinem Vernunft-Stern. Das Universum der Menschen, also die sogenannte Welt, bietet nur noch zwei Märchen an: ICH und REICH. Alles Ehrenvolle, Heldenhafte, Schöne, Geistvolle bringt kein Profit. Trotzdem - 
Die Poesie hat immer Recht.

Investigative Journalisten sind mit der Hilfe von “Whistleblowern” stets darum bemüht, etwas zu enthüllen, oder aufzudecken. Dafür haben sie gute Gründe. Mit diesen Mitteln wird die Quote oder Käuflichkeit einer Information gehoben.
Investigative Journalisten bedienen sich oft auch der moralischen Verworfenheit von Denunzianten und informellen Mitwissern und präsentieren sie glaubhaft gemacht über Whistleblower oder Informanten. Es ist der „aufklärende“ investigative Journalismus, der auch die Poesie zerstört und die Kräfte der Menschen hemmt, da sie auf Sicherung ihrer Privatsphäre bedacht sind und nun auch nicht mehr das geistige Erlebnis der Literatur als ein Wagnis für das Neue, Veränderbare oder Vorbildliche annehmen möchten.
Diese Form des Journalismus hat die Nachricht, den Bericht und auch die Reportage abgelöst.

Der Poet bedient sich immer der Stimme der Wahrhaftigkeit. Diese Wahrhaftigkeit, aus der Wirklichkeit gewonnen durch lebendige Erfahrung, durch erlerntes Wissen und soziale Parteinahme, streitet gegen die Feinde der Toleranz und der Freiheit. 
So könnte es gewesen sein, das hätte auch mir passieren können, oder das ist ein Vorbild und Ähnliches, diese ethischen Kriterien zählen heute nicht mehr, sie erlauben nicht den maximalen Profit, da sie moralisch und sozial sind. Das bedeutet, die Literatur in der Belletristik hat keine Chance mehr gegen die konstruierten Schrecknisse der Wirklichkeit, die durch Journalisten abgedrängt, inszeniert und spannend sich gegen Jedermann und seine Zufriedenheit richten.

Einst von Reportern als Aufklärungsmittel eingesetzt, gepaart mit einer festen Überzeugung und dem guten Glauben für eine gerechtere Welt und eine bessere Demokratie, waren Recherche und Aufdeckung handhabbare Arbeitsmittel, um einen ausgewogenen Jornalismus zu betreiben, der wirtschaftlichen Filz, politische Machenschaften und demütigende Menschenverachtung aufklärte.

Was vielversprechend, vorzeigend (vielversprechend aufgezeigt) und spannend in den „Zwanzigern“ des letzten Jahrhunderts mit Leo Lania begann, über den Watergate-Skandal in den USA und bis zu Günter Walraff zur Aufdeckung von Migrationshintergründen fortgeführt wurde, erfüllt den Kampf um die Quote innerhalb der öffentlichen Aufmerksamkeit nicht mehr.
Aufmerksamkeit ist Profit, Bargeld, Aktienkapital - Zeit ist Geld, kurz gesagt.

Die Ware Wort, in Zeitungen geschrieben und verkauft, von Reportern erzählt und angeboten und milliardenfach in Smartphones gesprochen, ist heiß umkämpft. Es geht um den Profit, oder auch bildlich gesprochen, um das Goldene Kalb. Das Goldene Kalb ist das „Wort“. Nur eine winzige Bemerkung eines Finanzministers, eine gedachte Möglichkeit in der Politik geäußert oder die Warnung vor einem Meteoriteneinschlag, der in zweitausend Jahren die Welt verändern würde, verändern die Kurse an der Börse.

Die digital betriebene Vernetzung der Welt stellt hohe Ansprüche und Forderungen an die Menschen. Was im „Sozialismus die vorgetragene und verlangte Indoktrinierung der ideologischen Werte“ war, um Staatsinteressen vorteilhaft mit einer einseitigen Parteinahme zu vereinen, ist in der kapitalistischen Gesellschaft in ihrer reinsten Form die Heuchelei einer öffentlichen Moral, um die Geldgier und Machtinteressen aller Beteiligten zu verdecken und zu ummänteln. Sie sind keinen Deut besser als die religiösen Fanatiker, die sich auch nur nach Macht und Reichtum sehnen.
Es gibt wahrscheinlich auf längere Sicht keine anderen Merkmale für Verhalten, Muster, Regeln, Ordnungen und Werte mehr, als der monitäre Ausdruck einer Sache, die scheinbar ethisch oder moralisch auf Menschen noch wirkt.
Wir bilden Ihre Meinung ist abgelöst worden von der ethischen, auch ästhetischen Maxime, nur Profit schafft das Menschenbild.

Die Poesie, über Jahrtausende verwantwortlich für die Vorstellung, das Gedachte oder das Mögliche im Märchen, in der Tragödie, im Roman, im Gedicht oder auch auf der Bühne zu zeigen, ist abgelöst worden von der Macht des Wortes, das Sicherheit, Reichtum, Überfluss und Parteinahme suggeriert.

Der investigative Journalismus hat sich heute zur digital betriebenen Allmacht - innerhalb und auch außerhalb der westlichen Demokratien - gesteigert. Seine Sprache ist oft verräterisch subjektiv, führt die Politik demokratisch zu wählender Parteien zumeist demütigend vor, bemüht sich wegen der Quote um jede mutmaßende und absurde Schnüffelei, nennt Geheimnisse und Verborgenes und informelle Tätigkeiten von Denunzianten Whistleblower, scheut kein profiterhöhendes Risiko (mehr) und ist oft auch nicht mehr in der Lage, eine aufklärende, bereichernde und vor allem „nüchterne” Information abzuliefern.

Die Journalisten und ihre Gönner:
Fußballer, Entertainer, Politiker, Filmstars, egomanische Finsterlinge und sogar Diktatoren haben die Poesie der Dichter gemeuchelt. Sie ist nichts wert, sie bringt keinen Profit. Die gesamte Skala des Ekligen, Absurden und Menschenverachtenden wird bedient, um einen neuen „Geschmack“ zu bilden. Die Medien sind mit ihren Smartphones, Tablets, PCs und anderen elektronischen Medien allgegenwärtig und verdrängen die Bildung, das Wissen, die Menschlichkeit und alles, was mitleidet, mitfühlt und miterleben möchte, durch Polarsisierung auf das für sie Grundsätzliche: Was kostet das? Was bringt es? Was verdiene ich daran?

Besonders problematisch ist, die öffentlich-rechtlichen Anstalten bemühen sich im Kampf um die Quote besonders intensiv um den schlechten Geschmack. Die Konkurrenz gegenüber den privaten und vielleicht noch eher freieren Medien zwingt sie dazu, ihr genehmigtes und staatlich erhaltenes Dasein ständig unter Beweis zu stellen.
Die Neigung zur Institutionalisierung, man kann auch sagen, zur Festschreibung und „Feststellung“ ist übrigens ein Problem aller Institutionen und Verbände, die subventioniert früher oder später die Neigung zum Wohlverhalten des Geldgebers entwickeln müssen. Hier steht nicht nur die Poesie, hier steht die Menschlichkeit an sich auf dem Spiel, weil Regelungen, Ordnungswut und devotes Unterwerfen den Apparat selber dazu zwingt, dass er nicht mehr für den ursprünglichen Handlungszweck funktioniert.
Das geht so weit, dass Probleme in der Gesellschaft, zu deren Kompetenz eine jeweilige Einrichtung berufen wurde, nicht gelöst werden, weil die Arbeitsplatzerhaltung eine natürliche Gegenteiligkeit der Zweckbindung zum Konflikt oder Problem bedingt. Das ist nicht neu, schafft auch nichts Neues.

Die Medien sind der Medien Feind geworden. Die halbe Wahrheit, so Karl Kraus, wird zu einer anderthalbfachen Lüge, ...sie muss nur glaubhaft und als wahr „verkauft“ werden.

Die Poesie, die von der Vorstellung eines Idols um der Nachahmung willen geschaffen wurde, also Helden geschaffen hat, ist zu genau und zu klar und auch zu tolerant in ihren Absichten. Die Poesie ist für das Volk. Sie vermittelt Hoffnung, Zuversicht, Glaube und Vorbild.

Anders bei den Journalisten: Die Botschaft an die Rezipienten der zu beschreibenden und darzustellenden Wirklichkeit, um die es in dieser so wichtigen Berufsgruppe der Journalisten geht, ist ebenso wie sein Lese- Hör- und Sehpublikum an der Langeweile erkrankt und führt informell das Leben nur als ödes Schattendasein vor.
Die gute Nachricht heißt heute: Das Leben ist schlecht. Man betrügt dich. Alles ist nicht wahr. Wir bilden deine Meinung. Wir machen das Volk mündig und sagen? (sprechen)- durch Aufklärung. Das ist falsch, es wird nur verschleiert, was dem Volk alles genommen wird. Das Volk wird von seinem Lebensalltag abgelenkt. Auch die Verantwortung über sich selbst, sie wird nur von einer “Elite” wahrgenommen. Die Medien verkopfen die Sicherheitssehnsucht und die Lebensangst der Menschen über die Augen und Ohren durch Scheinlösungen, Scheinangebote, durch Versprechungen - kurz gesagt, sie betrügen die Menschen um die Wirklichkeit dessen, sich eine eigene Vorstellung vom Leben zu erarbeiten, zu bilden und zu erfahren.

Die Nachricht von Gestern ist nicht nur uninteressant, ebenso die Nachricht des Tages ist schon, nachdem sie gesagt wird, mit dem Erleichterungsgefühl verbunden, mich hat es nicht getroffen, oder ich bin noch einmal davongekommen mit meinen tausend Ängsten. Es ist die scheinbare Nachricht von Morgen oder Übermorgen, die auch noch wird wegen der Quoten. Darum werden nur halbe Wahrheiten oder Fälschungen der Wirklichkeit verkauft.
Die Wahrheitsfindung wird nicht faktisch, sondern als konjunktive Mutmaßung betrieben. Ein Publikum, sich wahrscheinlich durch visuelle und akustische Dauerpenetration in einer Agonie der Reizunempfindlichkeit befindend, muss immer wieder „erweckt“ und „berührt“ werden, damit der verkopfte Verstand in einer seelenlosen Körperhülle sich in permanenter Erregung und Aufregung befindet. Das ist der Trend. Dort geht es hin.

Fiktionen, sonst nur in der epischen Breite der Literatur zu Hause, werden als Fakten angeboten und schon vorher so von Journalisten gewusst, um später nach der Auflösung der Irritaion oder Fehlmeldung als noch zu dementierender, aber spannender Informationsmüll noch gut verkauft werden zu können. Die Milliarden Leserbriefe in den Online-Diensten sprechen hier Bände.
Das Geschäft mit der Desinformation blüht. Die Informationen von Whistleblowern werden zu einer Droge mit ungewissen Ausgangswirkungen (Entzugssymptomen), sie werden präjournalisiert verarbeitet, und um den Rausch der Informationsgier möglichst stabil zu halten, wird der Rezipient mit kleinen Wort- und Informationsdosen gefüttert, um das fatale und oft falsche Ergebnis möglichst zu verzögern und das Interesse lange wach halten zu können.

Und, wie das so ist mit der Sucht, der Abhängige glaubt bis zuletzt, er habe sie unter Kontrolle, die Aufmerksamkeit, die er geben muss, um die geweckte Quote „abstillen“ zu können. Diffuse kognitive Defizite werden erzeugt. Die „Abschaltung“ funktioniert nicht mehr. Ein Sachstand, der ohne den Quotendruck nicht vorhanden wäre, wird zum „Gott aus der Maschine“.
Lügner, Halbinformierte, Aufklärer, Alleswisser, Besserwisser und all die Apologeten der Desinformation beherrschen die Wirklichkeit nicht, aber sie haben Hochkonjunktur. Ironisch kann man auch feststellen, die Medien- und Kommunikationswirtschaft wird von der Astrologie der Worte beherrscht. Die Allmacht des Wortes spielt Schicksal. Die Demokratie mit ihren einfachen Mechanismen wird aufgeweicht von einer neuen Ideologie der Parteien und Ämter, auch der Despoten und Diktatoren, sie besteht aus Vorschriften, Regelwut, Belehrung, Unterdrückung aber auch aus Verwirrung, Desinformation oder Mangel an Bildung.
Die wahrwerdende Angst vor dem Könnte und Hätte und der Kälte vor einer unmenschlichen Zukunft beherrscht hysterisch das an Opulenz und Saturiertheit erkrankte Land.
Die Zensur durch Profitablität der Medien ersetzt die innere Zäsur. Die Menschen oder besser das Volk, belügt sich immer gekonnter, geschlossener und totaler. Der Selbstbetrug macht krank und unglücklich. Die Medizin oder das Heilmittel für alles ist Geld.
Genau genommen interessiert sich der ‘neue’ Jornalismus der Medien (Nerds und Whistleblower eingeschlossen) für alles, aber nur sehr wenig oder gar nicht für das wirkliche Leben, denn der Handel mit der Wahrheit und Wirklichkeit ist, anders als früher, nicht mehr lohnenswert. Daraus lässt sich keine Hure machen. Nur die Spekulation, eben die Übertreibung ist interessant und somit wichtig. Sie ragt heraus, und nur sie ist profitabel.

Der Kampf um die Ware „Wort“ ist aufs Heftigste entbrannt. Der Wert der Ware liegt im Ursprung des Wortes selbst. Wetterberichte werden sprachlich zu dramatischen Naturexzessen gestylt, in der Alltags-Politik ist die Frontberichtserstattung eingezogen, gegen Grippeerkrankungen wird Krieg geführt. Der objektive Bericht oder die Tatsache oder auch die Nachricht ist längst einer subjektiven Einfärbung der Worte gewichen, die ein mehr oder minder ausgebildeter Charakter formuliert. Natürlich hat jeder Zufall oder jede Gelegenheit einen Zugang zu einem öffentlichen Mikrofon oder zu einer Kamera, sei es auch, die Tastatur eines Laptops, um jede ihm einfallende Dummheit beleidigend in die Welt zu schwätzen, zu behaupten oder zu twittern.

Vor dem Hintergrund der gewaltigen Veränderung in den Medien, die der Verfasser an anderer Stelle durchaus benennen kann, kommt es darauf an, wieder zu einer klaren, vernünftigen und ja auch sauberen Erstattung von Nachrichten zurück zu finden.
Ansonsten muss das heutige System Journalismus in sich zusammenbrechen. Ein unüberschaubares System der Journalisten untereinander und durcheinander weitergereicht, ist der einzige Soll-Faktor für das Denken geworden.

Wir leben in einer unpoetischen, unpersönlichen und unmoralischen Welt. Kein Mensch braucht ein Buch, aber ohne Bücher wären wir wahrscheinlich nur noch Unmenschen. (und keine Menschen mehr).

Ich schreibe (an) gegen den Profit, gegen Unmenschlichkeit, und führe in einem dopelbüändigen Buch den Beweis über Generationen, dass ein heute geschriebenes „erfolgreiches“ Wort nur einen monitären Charakter hat und das Mensch-Sein verletzt, verdirbt. Ich stehe mit meinen Worten in diesem Buch gegen den dominanten, allumfassenden und gewalttätigen Profit, der die Welt der Menschen zerstört.
Alle meine Bücher sind humanistisch geprägt und stehen auf gegen eine Welt, die scheinbar unveränderbar und unverrückbar ist und in rasender Geschwindigkeit den Tod aller in „Kauf“ nimmt.

Das Material der Journalisten: Der investigative Journalismus besteht aus zweierlei Ängsten, erstens, die des Opfers oder Rezipienten, der der Pressefreiheit und der veröffentlichten Öffenlichkeit nicht mehr vertraut, und zweitens, aus der Angst der heutigen Wortverbreiter selbst, keine die Konkurrenz in ihre (die) Schranken verweisende Nachricht mehr anbieten zu können.
Nur noch sechs Prozent (?) des weltweiten Bruttosozialproduktes bestehen aus der Wertschöpfung von Dingen oder Sachen. Vierundneunzig Prozent des Geldumlaufes weltweit sind Worte und Zahlen. Wären sie nicht, so würden gigantische Vermögen Einzelner oder die einiger Gruppen wie Banken, zum Beispiel, in ein Nichts verfallen.

Es fehlt das Maß. Würde nur produziert und sonst passiert nix, das würde bedeuten, keinen Profit mehr erwirtschaften zu können. Ohne Zinsen und Kredite würde es keinen Kreislauf einer Ernerung geben.

Keine superlativen oder auch sonst monströsen Informationen mehr anbieten oder vorhalten zu können, bringt es mit sich und bedeutet den Untergang der Worttätigkeit oder der Arbeitsplätze, von denen sich schon ein Teil der Gesellschaft distanziert hat.
Schon zu früheren Zeiten hat man eine Sau durchs Dorf getrieben, damit man was zu bereden hatte. Heute schließen die Menschen das Fenster im Kopf.

Aber, das Material des Dichters besteht nur aus der Poesie, aus der Vorstellung für eine bessere Welt. Eine Welt, die aus Wahrhaftigkeit besteht, die zur Wirklichkeit werden könnte.
Ein Buch stößt das Fenster zur Welt auf und läßt Literatur herein. Atmen und sich anders bewegen, das ist die Botschaft und daran zu glauben. Noch ist das fast Unmögliche abzuwenden und, dieser Satz ist aus der Wahrhaftigkeit der Poesie entstanden: Retten wir die Welt. Unser Leben lang haben wir die (noch) Zeit dafür.