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Heute

 

Zum Luther – Jahr 2017 

Thesenanschlag in Wittenberg – 500 Jahre Reformation

Japan und der erste Versuch zum Christentum

1. Entdeckung Japans

2. Ankunft und Aktivitäten der Missionare

3. Überbleibsel der ersten Missionierung Sakai, Nagasaki, Kawachinagano, Sendai

Japan und der zweite Versuch zum Christentum

4. Neuanfang nach der Öffnung 1854 (siehe: EKK – Wittenberg, andere Datei) Getragen von Protestanten, hauptsächlich aus USA, aber auch aus Deutschland; Wirkung der Missionierung: Kagawa/Kobe; Gründung von Privatuniversitäten; Sophia ist jesuitisch-deutsch.

5. Missionierungsaktivitäten von Shintoisten und Buddhisten außerhalb Japans (sollten nicht vergessen werden, aber noch nicht ausgeführt).

 

Zusammengestellt von Gottfried W. Wollboldt in Zusammenarbeit mit dem Team der EKK für die Vorbereitung der Präsentation in Wittenberg*

* Mitglieder des Teams für die Vorbereitung der Präsentation der EKK in Wittenberg:

 

Anfänge des Christentums in Japan

Zusammenfassung:

Obwohl im Zeitalter der Entdeckung die Erschließung des westlichen und östlichen Seewegs nach Indien, den Gewürzinseln und Japan nicht aus religiösen Gründen von Spaniern und Portugiesen vorgenommen wurde, folgte ihr ein Missionierungsversuch. Schließlich waren Spanier wie Portugiesen Christen, die sich an den biblischen Missionierungsauftrag hielten. Nach erfreulichen Anfangserfolgen in Japan, die nicht zuletzt Folge der politischen Wirren im Lande waren, verbot die neu etablierte Zentralregierung zunächst die Missionierung und dann das Christentum und schloss sich für etwa 250 Jahre vom Rest der Welt ab. Was nicht bedeutet, dass die Wirkung des Evangeliums in Japan ohne Folgen blieb.

1. „Entdeckung“ Japans

Die Kenntnis von Japan war den Europäern durch Marco Polo überbracht worden, Jahrhunderte bevor sie dort Fuß fasten. Er hatte unter „Cipangu“ von diesem Land gehört und berichtet. Es sollte sich um eine Insel im Meer am anderen Ende der  Welt handeln, wo die Dächer der Häuser mit Gold gedeckt waren. Das war der Grund, weshalb die Nachricht in den Köpfen hängen blieb. Die Enttäuschung war groß, als Gold dort nicht in der erwarteten Menge gefunden wurde. Aber dass Japan eine Chance für gute Geschäfte bot, war die eigentliche Entdeckung. Letzteres galt auch für die Philippinen, die etwa zur gleichen Zeit von den Spaniern auf dem Westweg entdeckt wurden, was unmittelbar zu Streitigkeiten zwischen beiden führte, weil nicht festgestellt werden konnte, wem die Früchte der Entdeckung zukamen, obwohl vorher ein Vertrag geschlossen worden war, der genau diesen Fall ausschließen sollte. Der Vertrag von Tordesillas  1494.

Der Thesenanschlag Martin Luthers wird auf das Jahr 1517 datiert, die offizielle Entdeckung Japans auf die Jahre 1542/43.  Ein Zusammenhang  zwischen beiden Daten besteht insofern, als Luther durch seine religiöse Reform die Autorität der römisch katholischen Kirche schwächte, was zu den Streitigkeiten zwischen den anfänglichen „Entdeckern“ Portugal und Spanien weitere hinzufügte.  Niemand sonst in Europa hielt den Papst für kompetent, die Welt in zwei Teile zu spalten, wie im Vertrag 1494 geschehen, deren westliche Hälfte er den Spaniern zusprach und deren östliche den Portugiesen. Weshalb sich später auch andere Mächte an der Aufteilung der Welt beteiligten, sie kämpften um die Freiheit der Meere. Der vorläufige Streit zwischen Spanien und Portugal hatte noch einen anderen Grund, nämlich der Antimeridian1 zu dem von Tordesillas konnte zur Zeit der Endeckung nicht bestimmt werden. Deshalb konnte Ferdinand Magellan 1521 nicht wissen, dass die Philippinen im portugiesischen Bereich lagen und die Portugiesen nicht, dass der größere Teil  Japans in der spanischen Halbkugel lag. In der Zeit von 1525 bis 1529 führten sie Krieg um den Besitz der Gewürzinseln und der Philippinen. Der Krieg wurde 1529 mit dem Vertrag  von Zaragossa beendet, der die Gewürzinseln den Portugiesen zusprach und die Philippinen den Spaniern. Auch zu diesem Zeitpunkt konnte der Antimeridian noch nicht bestimmt werden.  Die Streitigkeiten der Europäer untereinander konnten den Bewohnern der „entdeckten“ Länder nicht verborgen bleiben, sie verdienten sich damit die Bezeichnung Barbaren. In Japan Nambanjin (südliche Barbaren)                        

Tatsächlich aber sind zwischen 1513 und dem genannten Datum in Japan Europäer als Händler oder Schiffbrüchige aufgetaucht. Allerdings nicht auf portugiesischen Schiffen. Das Datum der Landung des ersten Europäers, wurde damals von den Portugiesen als Staatsgeheimnis behandelt und wenn nicht doch noch ein glaubwürdiges Dokument in einem alten Archiv gefunden wird, bleibt es auch immer so. Zur Zeit der „Entdeckung“ war unklar, wem es gehören sollte. Der Vertrag von Tordesillas, der die Welt zwischen Spanien und Portugal aufgeteilt hatte, war nicht genau genug, um bestimmen zu können, ob Japan in der spanischen oder portugiesischen Halbkugel lag. Die Spanier waren 1521 auf den Philippinen gelandet, einer Inselgruppe, die im gleichen Bereich geographischer Länge liegt, wie Japan und die Gewürzinseln. Das Datum der Erstlandung hatte zudem Einfluss auf Besitzansprüche. Deshalb schwiegen die Portugiesen vorerst, bis der Fall mit den Spaniern geklärt werden konnte.

Als erster Missionar in Japan gilt Franz Xavier, der 1549 ankam, es aber 1551 bereits in Richtung China verließ2, wo er lebend nicht ankam. Franz Xavier wurde vom portugiesischen König Jao III 1541 nach Goa entsandt, der Hauptstadt des indischen Staates, den sie errichtet hatten, seitdem Vasco da Gama 1498 den östlichen Seeweg nach Indien um das Kap der Guten Hoffnung gefunden hatte. 

Franz Xavier wurde als Gesandter des portugiesischen Königs und  als „Nuntius des Ostens“  vom Papst entsandt. Es ist nicht klar, ob er sich selbst um die Entsendung beworben hatte oder ob er berufen wurde, z.B. weil im Estato da India ein besonderer Bedarf für Missionare bestand, praktisch Eigenbedarf, nicht Heidenmission, die seit langem in die Hände der Franziskaner gelegt war. Bereits Christoph Kolumbus wurde auf seinen Reisen von Geistlichen begleitet. Die christlichen Europäer nahmen ihren biblischen Missionsauftrag ernst, aber sie gerieten darüber in Streit zueinander, wie er richtig ausgeführt werden könnte.

Die Aktivitäten der Portugiesen im Zeitalter der „Entdeckung“ wie es in Europa genannt wurde, standen in Konkurrenz zu den Aktivitäten der Spanier, die 1492 den westlichen Seeweg nach Indien gefunden hatten, wie sie meinten. Es handelte sich um einen Irrtum, der allerdings andere Folgen hatte, als normale Irrtümer.  Einer der Pioniere des Zeitalters der Entdeckung war Heinrich der Seefahrer, ein Prinz des portugiesischen Königshauses, der die Entwicklung der erforderlichen Technik gefördert hatte. Die Spanier hatten bedenkenlos seine Technik kopiert und wurden dafür nicht verlacht, wie die Japaner, wenn sie europäische Errungenschaften kopierten, aber ganz legal war es auch schon damals nicht.

Das führte zunächst unter den Spaniern und Portugiesen zum Krieg3 und später mischten sich auch Franzosen, Niederländer und Engländer4 sowie Brandenburger ein. Nachdem sie die Bildung des Gewürzmonopols der Portugiesen  verhindert5 hatten,  dehnten sie das Recht, Länder in Besitz zu nehmen, wo andere schon Staaten gegründet hatten, auch auf sich selbst aus und bauten ihre Kolonialreiche. Hier sei daran erinnert, dass auch die Russen 1585 mit dem Aufbau eines Kolonialreiches begannen und bereits 1639 die nordöstliche Küste des Pazifischen Ozeans erreichten. Auch ihre Initiative wurde auf Kaufleute/Händler übertragen, die Familie Stroganoff, aber in erster Linie von Kosacken ausgeführt. Viele Beteiligte trugen auch deutsche Namen, ebenso bei den Eroberungen der Spanier und Portugiesen, wo sie vermittels der Habsburger6 beteiligt waren. Die Russen kamen erst 1858/60 den Japanern, Koreanern und Chinesen richtig in die Quere7. 

Heute, nach vielen Kolonialkriegen und zwei Weltkriegen, die alle mehr oder weniger auseinander8 hervor gegangen sind, gibt es keine (fast keine) Kolonien mehr. Ist das Zufall?

Wenn nicht, ein Zeichen der Hoffnung?

Durch die Zeit der „Entdeckung“ sind viele Europäer zu Reichtum und Ansehen gekommen und begannen sich als überlegene Menschen zu fühlen, war das eine angemessene Reaktion auf die Erlebnisse und Erkenntnisse, die aus dem erweiterten Weltverständnis gewonnen wurden?

Ebenso die Japaner, nachdem sie große Anstrengungen unternommen hatten, ihr Land zu reformieren, den ersten Sino-japanischen Krieg gewannen, den Boxeraufstand besänftigten, den Russisch-Japanischen Krieg und den ersten Weltkrieg gewannen, wurden sie übermütig und verloren den zweiten Weltkrieg. Stolz zu werden wegen der Erfolge harter Arbeit ist menschlich. Aus Stolz übermütig zu werden, wohl auch. 

In den Geschichtsbüchern der Europäer, wird das Zeitalter der „Entdeckung“ so dargestellt, als habe die außereuropäische  Welt auf die Ankunft der Europäer gewartet, um zivilisiert leben zu können. Die Entdeckungen der Portugiesen aber endeten nach der Umrundung des Kaps der guten Hoffnung. Von Malindi nach Indien, konnten sie einen Reiseführer an Bord nehmen, der sie  ans Ziel brachte. Die Ostküste Afrikas  lag nicht an einer Wasserwüste, sondern an einem Meeresverbund, der bis nach China reichte und Verbindungswege enthielt, die auch ferne Pazifik-Inseln in ein Handelsnetz integrierten. Vergleichbar mit den europäischen Verhältnissen am Mittelmeer. Alle im Altertum bekannten Hochkulturen lagen am Mittelmeer, das sie nicht trennte, sondern verband.  Nur wenn die Einen gegen die Anderen Krieg führten, gab es Einschränkungen.

Begehrte Gewürze wie Muskatnüsse und Nelken, wurden schon nach Europa geliefert, bevor Portugiesen auf den Molukken ankamen, wo sie endemisch waren. Die Verbreitung der Pflanzen in andere Anbaugebiete erfolgte erst später, meist illegal.   

Von Indien nach Japan zu gelangen war kein Geheimnis, die Portugiesen konnten sich durchfragen oder als Passagiere mitnehmen lassen. Die ersten Portugiesen  erreichten Japan nicht auf eigenen Schiffen, sondern als Passagiere oder Mannschaftsmitglieder anderer Schiffe. In zwei Überlieferungen ist von Schiffbruch der Ankommenden die Rede. Das Besondere am Verhalten der Portugiesen war eine Erkenntnis, die die Europäer in der Zeit der Renaissance bekommen hatten, Venedig und Genua waren reich und unabhängig von den Feudalständen geworden, weil es ihnen gelang, Handelsmonopole zu errichten, die Konkurrenz auszuschalten. Die Portugiesen strebten ein Handelsmonopol mit Gewürzen an. Voraussetzung dafür war die Zerstörung des seit Jahrhunderten funktionierenden Welthandels.

Erst den Holländern gelang die Errichtung des Gewürzmonopols. Der Weg war gezeichnet von einer breiten Blutspur. Der Konsum der Gewürze stieg in Europa an und die Preise sanken bei den Verbrauchern.  War es das wert?

2. Ankunft und Aktivitäten der Missionare

Auch Franz Xavier kam nicht, der Bedeutung seines Amtes1 entsprechend, auf einem Staatsschiff nach Japan, sondern er wurde nach Japan geholt. Die Geschichte wurde in einem Buch von Fernāo Mendes Pinto erzählt, das er in Portugal nach seiner Rückkehr aus Portugiesisch Indien schrieb. Ein seltener Fall. Nur wenige, die in die Welt hinaus fuhren, kamen zurück. Sein Buch ist kein Reisebericht, sondern mehr eine phantastische Erzählung, die zur Gründung der iberischen Literaturgattung „Leyenda negra“2 beitrug. Bei anderen gilt das Buch als wichtigste Beschreibung Asien, dieser Zeit. Viele Einzelheiten sind überprüfbar und einige werden im nachfolgenden Text zitiert.

Pinto behauptet 1542 erstmals als Schiffbrüchiger auf der Insel Tanegashima angekommen zu sein und Feuerwaffen, in Japan unter der Bezeichnung „Tanegashima“ bekannt, dort eingeführt zu haben3. In Japan lernte er einen japanischen Samurai kennen, der in einen Mordfall verwickelt war, den er selbst nicht auf die leichte Schulter nahm, weshalb Pinto ihm vorschlug, ihn mit Franz Xavier in Kontakt zu bringen, der zu dieser Zeit in der indonesischen Inselwelt missionierte, in der die Portugiesen inzwischen als Gewürzhändler tätig waren. Vermutlich trifft es die Sachlage besser, ihre Tätigkeit als Zerstörung des lange etablierten Gewürzhandels zu bezeichnen, denn sie versuchten ein Gewürzmonopol zu errichten, das heißt den traditionellen Handel zu verbieten.

Pinto beschreibt eine Reise von Japan nach Malakka, einem westlich von Japan gelegenen Welthafen, in dem viele japanische Schiffe Handel trieben. Der japanische Samurai Anjiro (auch „Yajiro“) begleitete ihn, oder umgekehrt. Jedenfalls trafen sie dort auf Franz Xavier, der Gefallen an Anjiro fand, denn mit ihm konnte er sich unterhalten4 und er willigte ein, ihn nach Japan zu begleiten. Vermutlich auch deshalb, weil er Japan für größer hielt als China, jedenfalls hing im Stadtmuseum von Sakai 1970 eine portugiesische Landkarte, die 1540 hergestellt worden war. Auf ihr ist Japan größer dargestellt als China, eine weitere portugiesischen Karte, die 15955 hergestellt wurde, zeigt Japan und Korea schon fast in den Größenverhältnissen, die wir heute kennen.

Franz Xavier kam mit Anjiro und Pinto im Juli 1549 an der Westküste von Kyushu an und sie fanden keinen Hafen, der ihnen Landeerlaubnis erteilt hätte. Im August 1549 bekamen sie Landeerlaubnis in Kagoshima und der lokale Fürst empfing sie freundlich, verbot Franz Xavier aber die Missionierung. Xavier zog dann nach Bungo6, wo er von der Familie Anjiros aufgenommen wurde. Der Fürst von Bungo, Otomo, Sorin erlaubte ihm die Missionierung und konvertierte 1578 selbst zum Christentum. Von dort aus zog Xavier nach Yamaguchi, im westlichen Teil der Insel Honshu, wo auch die erste Kirche Japans errichtet wurde sowie vom Fürsten der Provinz ein alter buddhistischer Tempel als Quartier der Jesuiten bereitgestellt wurde, denn in Yamaguchi ist nicht allein von Franz Xavier die Rede, er hatte dort bereits Verstärkung von Brüdern, die Briefe nach Europa geschrieben hatten. Einer der Briefe schildert die erste Weihnachtsfeier in Japan. Nicht überall in Europa war es üblich, zur Weihnachtsfeier Geschenke zu verteilen, wie in Deutschland die Bescherung der Kinder. In den Briefen wird berichtet, dass die Japaner ganz von sich aus untereinander Geschenke verteilt haben.

Fernāo Mendes Pinto wird wieder genannt, Inzwischen soll er selbst Jesuit geworden sein, was nachgeprüft werden kann, denn sein Buch wurde posthum, vor der Veröffentlichung zensiert. In den Unterlagen befindet sich ein Austrittsvermerk.

Als Jesuit hatte er eine beträchtliche Spende geleistet für den Bau der Kirche in Yamaguchi.

Wahrscheinlich durch seine Vermittlung machte Franz Xavier die Bekanntschaft eines reichen Kaufmanns7 aus Sakai. 1550 reiste er mit ihm dorthin und wurde in seinem Haus aufgenommen. Bisher hatte er außer mit der normalen Bevölkerung nur mit Provinzfürsten Kontakt, die ihn, wenn sie ihm wohl gesonnen waren, mehr wegen seiner Beziehungen zu den fremdländischen Händlern, den südlichen Barbaren (Nambanjin) respektierten, als wegen seiner Mission. Sakai ist südliche Nachbarstadt von Osaka und liegt nur 80km entfernt von Kyoto, der Kaiserresidenz. Deshalb bemühte er sich um eine Audienz beim Kaiser. Auch wenn er keine Pracht entfalten konnte, war er in offiziellem Auftrag im Lande. Allerdings befand sich Japan zu dieser Zeit im Zustand der gegeneinander kämpfenden Provinzen. In der Zeit 1467-1477 wurde in Kyoto ein Bürgerkrieg8 ausgefochten und die Stadt schwer beschädigt. Es soll sich um den ersten Krieg in Japan gehandelt haben, der auf die Zivilbevölkerung keine Rücksicht nahm. Der Krieg dehnte sich danach auf das ganze Land aus und wurde von 1560 – 1615 durch das Wirken dreier Kriegsherren beendet. Die Abschließung des Landes vom Rest der Welt und das Verbot des Christentums war die Folge.

Franz Xavier musste von Sakai aus zu Fuß nach Kyoto laufen, im Schnee, was ihm Schmerzen bereitete. Er fand Kyoto größer vor als Lissabon, konnte aber den Kaiserpalast nicht finden.

So wird aus einer Quelle berichtet. Eine andere sagt, er habe die Audienz erhalten, sei aber von der Erscheinung des Kaisers enttäuscht gewesen. Vermutlich haben beide Recht, nur ist Franz Xavier nicht aufgefallen, dem Kaiser gegenüber gestanden oder gesessen zu haben. Der Kaiser war damals geprägt von der Meditation, er glänzte nicht in einer Kaiserkrone.

Er kehrte erschöpft und entmutigt nach Sakai zurück und anschießend nach Yamaguchi.

In Sakai hat er ein nachhaltiges Denkmal hinterlassen, den Ebisu - oder Franz Xavier Park, eine öffentliche Parkanlage mit verschiedenen Gedenksteinen und - Tafeln auf denen Sakai als der Ort genannt wird, an dem das Christentum nach Japan kam. Der Park wurde im Jahr 1949 angelegt, dem 400ten Jahrestag der Ankunft Xaviers. Auf dem Areal des reichen Kaufmanns, mit dem er gekommen war. Sakai spielte nicht zufällig eine hervorgehobene Rolle bei der Akzeptanz von Europäern in Japan9.

Die Zentralregierung war schwach und die Provinzfürsten versuchten ihren Besitz zu erweitern. Fürsten in Küstenregionen betrieben Seeräuberei, häufig im Verbund mit chinesischen Schmugglern. Im Jahr 1523 hatte China den Handel mit Japan verboten, weil die Hafenstadt Ningbo bei Schanghai, von Seeräubern überfallen und ausgeplündert worden war. Der Ming-Kaiser machte Japaner dafür verantwortlich und verbot den Handel mit Japan. Was nicht etwa die Handelsbeziehungen unterbrach. Sie wurden vom König der Ryukyu- Inseln im Dreiecksverkehr übernommen. Seit 1557 beteiligten sich auch die Portugiesen daran. Weil sie chinesischen Schiffsbrüchigen beigestanden hatten, wurde es ihnen erlaubt.

Chinesischen Quellen zufolge wurde das Unwesen der Wako-Seeräuber erst 1565 beseitigt.10 Doch die Zeit von Franz Xavier war der Beginn der Christianisierung, die Angehörigen der unterschiedlichen Kulturen begegneten sich noch unbefangen.

Eine starke Motivation der Portugiesen für ihre Entdeckertätigkeit war die Verbesserung ihrer Handelsbilanz. 1513 waren sie erstmals in Kanton angekommen, dem chinesischen Hafen, der den Handel über die „südliche Seidenstrasse des Meeres“ bediente, seit Zeiten der antiken Römer. Ihrem Wunsch, dort eine Niederlassung zu gründen und von dort aus nach Peking zu reisen, wurde nicht stattgegeben, weil in Peking bereits bekannt war, wie sie sich in Malakka verhalten hatten. Sie hatten dort den Sultan abgesetzt und die Stadt erobert und damit gegen die geltenden Regeln verstoßen. China hatte in der Ming- Zeit noch genügend militärische Macht, seinen Willen durchzusetzen.

Sakai war traditionell das Eingangstor Japans für den Fernhandel. Es hatte reichsunmittelbaren Status, ähnlich wie den einer Hansestadt. Die Mündung des Yamatoflusses liegt in Sakai. Der Fluss kommt aus der Yamato-Ebene, der das Land den ursprünglichen Namen verdankt. Dort liegt auch die Stadt Nara, die sich heute noch als „östlichste Ortschaft der Seidenstrasse“ nennt.

Seit Beginn des 16ten Jahrhunderts war in Sakai ein größeres Bauprojekt durchgeführt worden, der Yamatofluß wurde umgebaut, weil die Stadt in der Regenzeit unter Hochwasser litt. Das hatte die unvorhergesehene Folge der Versandung des Hafens. Die Stadt hielt Ausschau nach einem anderen Erwerb als Handel und Seeräuberei und baute eine Industrie auf, nämlich die Herstellung von Feuerwaffen (Tanegashima), die die Entwicklung der Stadt beeinflusste.

Was nicht bedeutet, dass die Begegnung des Christentums in Sakai mit dem Osten von Anfang an durch kommerzielle Interessen vergiftet war. Es lag wohl auch an der Person des Xavier, der es vermied. Obwohl er mit der höchsten christlichen Lizenz für die Missionierung ausgestattet war, setzte er sich bereits in Indien glaubhaft für die einfache Bevölkerung ein und wurde von ihr wohl mehr als Patron ihrer Anliegen betrachtet, denn als Verkünder eines fremden Gottes.

Das setzte sich fort bei seiner Tätigkeit in der indonesischen Inselwelt. In Japan fand er geistig aufgeschlossene Zuhörer. Bei seiner Rückkehr aus Kyoto war er erschöpft und wahrscheinlich auch enttäuscht, weil er die nichtchristlichen Beweggründe im Hinterkopf von vielen freundlichen Menschen erkannte. In seiner Missionstätigkeit hatte er es mit Menschen vieler Zungen zu tun, aber er war offensichtlich nicht das Sprachengenie, zu dem er gemacht wurde, er war abhängig von Übersetzern. Zwar gab es überall das Wort „Gott“, aber es hatte nicht überall die gleiche Bedeutung. Ein shintoistischer „Kami“ war kein christlicher „Gott“. Wenn er von dem christlichen Gott sprach, konnte dieser Begriff von seinen Übersetzern korrekt verständlich gemacht werden? In Yamaguchi erlebte er eine Situation, die ihn das bezweifeln ließ. Das mag dazu beigetragen haben, dass er 1551 bereits Japan in Richtung Goa verließ, seinem offiziellen Amtssitz, nachdem Pinto in der Frage seines Nachfolgers in Japan tätig geworden war. Von Goa brach er in Richtung China auf, wo er auf einer Insel im Angesicht Chinas im jungen Alter von 46 Jahren starb. Die Einreise war ihm verweigert worden. Er starb wahrscheinlich an Erschöpfung, was nachvollziehen kann, wer seinen Lebensweg verfolgte. Der erste Jesuit, dem die Einreise in China erlaubt wurde und der auch in der Hauptstadt empfangen wurde, war Matteo Ricci.11

Erst 1577 gelang sie ihm, nachdem er sich lange Zeit durch Studium der chinesischen Sprache und Kultur vorbereitet hatte. Auch die Handel – treibenden Portugiesen konnten sich erst kurz vor 1557 in Macao festsetzen, weil sie inzwischen chinesische Freunde gewonnen hatten, sie hatte schiffbrüchige Chinesen gerettet.

In der Zeit nach Franz Xavier, wurde offensichtlich seine Missionierungsstrategie der Sozialarbeit fortgesetzt mit registrierbarem Erfolg. Von der aussendenden Institution12 aber wurden sie kritisiert. „Ihr seid nach Japan ausgesandt worden, um sie zu bekehren, nicht um ihnen ein Gesundheitswesen aufzubauen“. Die Kritik des Pinto an der Missionstätigkeit der Jesuiten ist offensichtlich nicht an die anfängliche Verhaltensweise gerichtet, sondern an die spätere, als kommerzielle Aspekte die Oberhand gewannen.


 

1 Nuntius des Ostens“ das Amt eines päpstlichen Botschafters.

2 Schwarze Legende“, eine Literaturform, deren Themen nicht für bare Münze genommen wurden. Das Buch übt Kritik an Politik und Religion, gilt aber in anderen Kreisen, als die umfassendste Beschreibung Asien, die es in der Zeit seiner Entstehung gab. Pinto war kein Adeliger und ohne formale Ausbildung. Wurde aber aufgrund seiner Fähigkeiten von lokalen portugiesischen Befehlshabern zu diplomatischen Aufgaben eingesetzt. Dabei erlebte er Schiffbrüche, Gefangenschaft, Sklaverei, Freikauf. Hatte aber das Glück heimzukehren und seine Erlebnisse aufzuschreiben. Das Manuskript wurde zensiert und erst posthum veröffentlicht. Übrigens auch die Schriften des Bischofs las Casas, der einen Prozess vor dem Gerichtshof Kaiser Karls V gewonnen hat, in dem es um die Behandlung der Indios in spanisch Indien ging, gilt als „Leyenda negra“.

3 Wahrscheinlich handelt es sich um verschiedene Ereignisse.

4 Wahrscheinlich nur vermittels Pinto als Dolmetscher, weil Pinto inzwischen Japanisch gelernt hatte. Es ist erwähnt, dass Xavier mit dem Japaner vernünftig reden konnte.

5 Karte des Ludoico Teisera 1595

6 Fürstentum an der Ostküste der Insel Kyushu, heute Präfektur Oita.

7 Hibiya Ryokai

8 Onin–Krieg. Es kämpften Truppen weltlicher Machthaber und Soldaten von Tempeln unübersichtlich gegeneinander. Dabei ging es nicht um religiöse Fragen sondern allenfalls um die soziale und die Machtfrage.

9 Europäische Darstellungen nennen Nagasaki als Zentrum kommerzieller und missionarischer Aktivitäten der Portugiesen, Nagasaki aber war vom japanischen Standpunkt betrachtet ein Ärgernis.

10 Qi Jiguang hieß der Volksheld, der das Problem beseitigen konnte, weil er eigens dafür eine Armee gründete und ausbildete. Das Wako-Problem war mit dem Bau des Kaiser-Kanals entstanden, einer 1000de Kilometer langen Wasserstrasse, die die großen Flüsse Chinas miteinander verband und das Meer für den Binnenhandel überflüssig machte. Dadurch wurden die Küstenregionen vernachlässigt, aber die Leute dort wollten auch leben. Siehe: Common Knowledge about chinese History, the overseas chinese affairs office of the state council, ISB N 962-8746-47-2, S. 132.

11 Matteo Ricci, verfolgte von Anfang an eine andere Strategie als Franz Xavier. Er lebte lange Zeit in Macao, studierte die Sprache und Umgangsformen der Chinesen, bevor er an den Hof des Kaisers gelangte. Er verbreitete wissenschaftliche Erkenntnisse der Europäer an chinesische Intellektuelle, die sich dafür interessierten. Er wandte sich nicht an einfache Leute. Die Anpassungsfähigkeit (und die Erfolge) der Jesuiten wurden später kritisiert. 1773 wurden die Jesuiten päpstlich verboten und 1814 wieder zugelassen. Friedrich der Große von Preußen und Catharina die Grosse von Russland sollen die einzigen Monarchen gewesen sein, die das päpstliche Verbot nicht beachtet haben.

12 Offiziell und formal waren das die Generaloberen Franziskaner als mit Heidenmission beauftragte und die Jesuiten als deren spätere Konkurrenten.

In Deutschland nichts Neues

 

Im Artikel 5 des Grundgesetzes steht:

Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.
Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet.
Eine Zensur findet nicht statt.

 

Meinungs- und Pressefreiheit sind zwei der wichtigsten Stützpfeiler für eine freie und demokratische Gesellschaft, deshalb ist die bedingungslose Umsetzung dieses Artikels unausweichlich. Was passiert, wenn diese Freiheiten beschnitten werden, hat uns die Geschichte nur zu oft schmerzlich gezeigt.

Wenn Sie noch immer denken, im Deutschland des Jahres 2017 könnte so etwas sowieso nicht passieren, dann wird Sie dieses Video eines Besseren belehren. Eine Zensur findet sehr wohl statt, sehr aktiv sogar und so heimtückisch, dass es für den Konsumenten kaum merkbar ist.

In diesem Interview berichtet Melanie C. von ihren Erfahrungen als Mitarbeiterin in einem Facebook-Löschzentrum in Berlin. Dabei beschreibt sie nicht nur die perfiden Methoden und technischen Finessen, mit denen auf der Plattform Facebook – besonders vor der letzten Bundestagswahl – versucht worden ist, die Meinung unzähliger User zu beeinflussen, sie erläutert für den aufmerksamen Zuhörer auch die Gründe dieser noch immer aktiven Methode: Informationen unterdrücken, um kritische Gedanken bei Bürgern erst gar nicht aufkommen zu lassen.

Von Hanno Vollenweider

 

 

Den kompletten Text zum Interview finden Sie hier:

#FakebookGate

In den vergangenen Monaten hat es bereits einige Artikel zum Thema „Zensur bei Facebook“, z.B. darüber, wie es im Arvato-Löschzentrum von Facebook in Berlin angeblich wirklich zugeht, in der Mainstreampresse gegeben. Wenn man sich solche Artikel dann anschaut, beispielsweise den aus dem Spiegel vom 11.07. diesen Jahres, dann fällt eigentlich jedem halbwegs intelligenten Leser auf, dass da sehr wenig Inhalt in einem langen Text verarbeitet wurde. Ganz besonders auffällig ist aber, dass Facebook den Journalisten nur ausgewählte Mitarbeiter für Interviews vorsetzt und sie sich in den Räumlichkeiten der Firma nicht frei bewegen konnten, bzw. es ewig gedauert hat, bis sie überhaupt einen Besuchstermin bekamen. Also was haben diese Löschzentren zu verbergen? Nun, anscheinen einiges wie das nachfolgende Interview mit einer ehemaligen Mitarbeiterin, aus genau einem dieser Büros zeigt.

Interview mit Melanie C. (Name der Redaktion bekannt)

Hanno Vollenweider:
Melanie, vielen Dank, dass du dich entschlossen hast, hier mit mir über deine Arbeit bei bzw. für Facebook zu reden. Ich fasse einmal zusammen: Du hast rund 3 Monate für eine Firma gearbeitet, die im Auftrag von Facebook die Aktivitäten von Usern überwacht, Sperren verhängt, Posts überprüft und löscht bzw. ganze User-Accounts stilllegt und dafür sogt, dass gewisse Informationen – verstärkt beispielsweise vor der letzten Bundestagswahl durch einen speziellen Filtermechanismus – nicht an die Masse der Facebook-User durchdringt. Bevor wir auf genau diese Sachen eingehen, erzähl uns doch einmal, wie du überhaupt zu dem Job kamst.

Melanie C.:
Ja, gerne. Also ich bin dieses Jahr mit meinem Studium fertig geworden und fange jetzt im Herbst mit einer weiteren Ausbildung an. Im Sommer wollte ich arbeiten um mir etwas dazu zu verdienen. Meine Eltern haben nicht so viel Geld, dass sie mir alles bezahlen können. Ich war schon bei einigen Arbeitsvermittlern angemeldet und habe dann schon Anfang des Sommers dort Bescheid gesagt, dass ich für 2-3 Monate etwas suche und voll zur Verfügung stehen würde. Es hat sich dann eine Agentur gemeldet, die sagten mir, sie hätten eine Stelle für mich bis kurz nach der Bundestagswahl im September und ob ich in ihr Büro in Berlin kommen könnte, um ein kurzes Gespräch zu führen. Es würde auch eine kleine Gruppendiskussion stattfinden, an der ich teilnehmen müsste. Ich habe mir dabei nichts gedacht. Ich dachte, vielleicht ist es Marktforschung für die Wahl, oder Flyer verteilen, Plakate aufhängen oder so.

Hanno Vollenweider:
Du bist dann dahin gegangen, hast du mir erzählt. Wie war es dort, was hast du dort machen müssen?

Melanie C.:
Ja, das war dann am Abend um 17 Uhr. Als ich da angekommen bin, saßen da schon bestimmt 10 Leute im Flur und warteten. Es ging aber schnell, bis man dran kam, weil da drei Leute gleichzeitig die Vorstellungsgespräche geführt haben.

Hanno Vollenweider:
Wie muss ich mir diese Gespräche vorstellen?

Melanie C.:
Also, ich bin dann da reingerufen worden und ein junger Mann so vielleicht Ende 20 hat mich ganz nett empfangen. Wir haben kurz über mein Studium gesprochen und was ich so vorhabe, wo ich herkomme und so weiter. Dann hat er mich gefragt, ob ich politisch aktiv wäre und so. Dann habe ich ihm erzählt, dass ich mal im „Allgemeinen Studentenausschuss“ war und mein Vater und eigentlich die ganze Familie in der SPD ist, ich aber dann wegen den Klausuren, Freund etc. keine Zeit mehr gehabt habe, mich zu engagieren. Er hat mich dann gefragt, ob ich mir auch vorstellen könnte, in einer Unterkunft für Asylbewerber zu arbeiten, dort vielleicht zu unterrichten. Da hab ich ja gesagt – das fand er gut, generell hatte ich das Gefühl, dass er einen guten Eindruck von mir hat.

Hanno Vollenweider:
Du hast also bestanden, wenn man das so sagen will. Wie ging es dann weiter? Wie hat er dir denn den Job erklärt?

Melanie C.:
Eigentlich hatte er da noch gar nichts Genauen von dem Job gesagt. Wir haben nur über mich und aktuelle Themen eben gesprochen, das man was tun muss, damit es den Menschen besser geht und dass Europa und die Welt friedlicher und menschlicher wird – über Trump haben wir auch gesprochen, da haben wir beide abgezogen über den.

Hanno Vollenweider:
Du wusstest also noch gar nicht, worum es geht. Wie ging’s denn dann weiter?

Melanie C.:
Moment, ja, ich war ja vorhin noch gar nicht fertig. Das Vorstellungsgespräch war dann vorbei und ich wurde in einen Raum gesetzt mit sechs anderen Leuten, so in meinem Alter (ich bin Mitte 20), und zwei Moderatoren. Der eine war der Mann, der mit mir auch gesprochen hatte. Wir haben dann eine lockere Runde begonnen und uns vorgestellt. Dann sind die Moderatoren eingestiegen und haben uns gefragt, was wir von der Entwicklung in den USA und von Trump halten. Bis auf einer haben dann alle ihre Bedenken geäußert, dass Trump ein Sexist ist und dass er die Schwarzen unterdrücken wird und die Klimaerwärmung vorantreibt und so. Nur einer fand das alles nicht, der hat gesagt er würde erstmal abwarten wollen, ob Trump nicht dafür sorgt, dass Amerika wieder zu seiner alten Größe zurückfinden würde – der zog dann auch ganz schön über Hillary Clinton her und meinte, die wäre nicht wählbar und würde alle täuschen. Zwei andere aus der Diskussion haben sich dann sehr eingeklinkt und auf den eingeredet, wie der so jemanden wie Trump unterstützen kann.

Hanno Vollenweider:
Was haben denn dann die Moderatoren gemacht? Was hast du dazu gesagt?

Melanie C.:
Ich habe erstmal gar nichts gesagt. Als es dann um die Frauenrechte ging, habe ich mich auch eingeschaltet und argumentiert, dass Trump eben ein Dinosaurier ist, was Frauenrechte angeht, und so jemand nicht in das wichtigste Amt der Welt gehört, wenn er sexistische Sprüche loslässt und andere Menschen nach ihrer Hautfarbe beurteilt oder die Zweiklassengesellschaft in den USA wieder einführen will.
Ich glaube die Moderatoren fanden die Diskussion gut. Irgendwann haben die das dann unterbrochen und wir haben über die Flüchtlinge und Angela Merkel gesprochen. Das war eigentlich sehr gesittet. Der Mann, der beim Thema Trump so abgegangen ist, hat dann ein paar Mal versucht uns zu erklären, dass Deutschland diese Menschen nicht alle alleine aufnehmen kann und dass wir dann irgendwann pleite sind, kein Geld mehr für Schulen und alte Leute da wäre. Ein anderer hat ihm dann erklärt, dass diese Menschen hier arbeiten und Steuern zahlen werden. Damit haben sie ihn dann abgewürgt. Ich selber habe dann auch ein paar Sachen dazu gesagt, dass man eben Frauen und Kinder nicht im Krieg lassen kann und dass die hier hergerettet werden müssen. Die letzte Frage war dann, ob wie Freunde mit einer rechten Gesinnung hätten, solche, die die AfD wählen würden oder noch schlimmere Parteien. Da haben nur zwei gesagt, dass sie solche Freunde haben. Ich habe denen dann erklärt, dass ich solche Leute nie in meinem Freundeskreis haben will.

Hanno Vollenweider:
Das scheint ja eine sehr intensive Runde gewesen zu sein, auch wenn ich mir sehr gut vorstellen kann, dass man euch den einen Querulanten in die Gruppe gesetzt hat, um euch alle aus der Reserve zu locken. 
Aber du wusstest ja nun noch immer nicht, worum es eigentlich geht. Hat dich das nicht stutzig gemacht? Hat denn niemand in der Runde mal danach gefragt, warum ihr dort sitzt und über Politik diskutiert – das ist ja für viele Leute auch etwas sehr Persönliches, was man vielleicht gegenüber Fremden nicht so offen ausspricht, wie man in manchen Punkten so denkt?

Melanie C.:
Ich war eigentlich immer sehr offen, was meine Meinung angeht, deshalb hat mich das nicht gestört. Einer anderen Frau in der Runde war das Gespräch aber sichtlich unangenehm, die hat dann auch sehr wenig oder eigentlich fast gar nichts gesagt. Sie hat nur dagesessen und die Arme verschränkt.
Ganz am Anfang der Runde hat einer von den Männern gefragt, worum es überhaupt geht. Der eine Moderator meinte dann, das würden wir danach dann erfahren, der Kunde, für dessen Auftrag sie suchen würden, würde nicht wollen, dass die Kandidaten, die vielleicht ausscheiden, wissen, worum es geht.
Die ruhige junge Frau und der Trump-Fan und noch ein junger Mann, der auch sehr ruhig war, mussten dann gehen, der Rest und ich wurden dann gebeten, zu bleiben. Wir wurden wieder einzeln in Besprechungsräume gerufen und dann hat man mir gesagt, worum es eigentlich geht.

Hanno Vollenweider:
Okay, mich würde interessieren, wie man dir erklärt hat, was du machen sollst und vor allem, warum.

Melanie C.:
Ja, so ganz richtig erfahren, was da alles passieren wird, habe ich dann auch noch nicht. Also, man hat mir gesagt, dass sich bald in Deutschland die Gesetze ändern werden, wegen den vielen Hass-Postings und Fake-News auf Facebook, und dass Facebook Unterstützung braucht, um eben diese Meldungen herauszufiltern und zu löschen. Man hat mir dann ein paar Beispiele von richtig derben Hass-Postings vorgelegt und ein paar Fake-News gezeigt, die bei Facebook die Stimmung vergiften würden und Leute eben zu Gewalt anstacheln. Man sehe das ja bei den Ausschreitungen, die es bei zum Beispiel bei Pegida-Demos gegeben hätte und so.

Hanno Vollenweider:
Okay, du redest vom Netzdurchsuchungsgesetz aus der Feder des bald Ex-Justizminister Heiko Maas. Was mich hier interessiert: Hattest du vorher schon mal irgendwas von irgendwelchen Ausschreitungen bei Pegida-Demos gehört, von Gewalttaten dort oder so? Und was waren das denn für Fake-News und Hass-Postings, die man dir da gezeigt hat?

Melanie C.:
Also zu Pegida, nein, das hatte ich bis dahin noch nicht gehört, aber ich hatte dem geglaubt, wenn er das sagt. Die eine angebliche Fake-News war von einer Gruppenvergewaltigung aus Schweden, wo Flüchtlinge eine Frau vergewaltigt und getötet haben sollen. Und die Hass-Postings waren Kommentare darunter von Leuten, die ins sehr harscher Art und Weise gefordert haben, dass die Täter umgebracht oder entmannt werden sollen – so in der Art.

Hanno Vollenweider:
Okay, wie hast du denn auf diese Fake-News und Hass-Kommentare reagiert? Bzw. wie war denn deine Reaktion allgemein, wolltest du so einen Job machen? Warst du interessiert?

Melanie C.:
Also mich hat das damals richtig heftig getroffen, vor allem diese Aggressivität der Leute. Ich habe mir gedacht: „Was? Da stellen Leute falsche Nachrichten ins Netz, um andere Menschen aufzuhetzen? Was soll das? Wollen die damit Gewalt fördern?“ Das hat mich schon sehr schockiert und da habe ich mir gedacht „Ja, das mache ich. Da kann ich die Welt vielleicht ein bisschen verbessern und dafür sorgen, dass so ein Müll und solche Fakes aus dem Netz verschwinden.“ Ich glaube, da habe ich auch sehr überzeugt geklungen, denn die haben mir gleich gesagt, dann solle ich zur Einarbeitung in ein paar Tagen direkt zu der Firma kommen, die im Auftrag von Facebook arbeitet. Da gäbe es dann eine Art Vortrag und Einführung für die Leute, die dort neu anfangen. Ich bin da echt raus gegangen und habe mir gedacht „Boah, jetzt machst du endlich mal was, was gut ist für die Menschheit, und gegen Hass und Nazis ist“. Das haben die mir auch so zu verstehen gegeben, während des Gesprächs.

Hanno Vollenweider:
Gut, du bist dann also zu dieser Einführungsveranstaltung gegangen, wie war es da? Was hat man euch erzählt und wie viele Leute waren dort?

Melanie C.:
Also wir waren 10 Leute, die da waren. Es sollten wohl ein paar mehr da sein, die dann einfach nicht gekommen sind. Ein Herr Thomas S. hat sich dann vorgestellt und uns willkommen geheißen. Er war ungefähr gegen Ende 30, nicht auffällig oder besonders gekleidet – mir schien es eh so, als wenn es dort eher locker zugehen würde. Auf dem Flur kamen einem teilweise sogar junge Männer in Jogginghosen entgegen – mir war das sympathisch. Thomas hat uns dann auf Folien alle möglichen Hass-Kommentare gezeigt. Z.B. gegen Claudia Roth oder Volker Beck von den Grünen, und dass es nicht sein kann, dass so was in Deutschland einfach öffentlich zu lesen ist und man ungestraft davonkommt. Auch Beispiele von Fake-News über einen Supermarkt, der wegen Diebstählen von Asylbewerbern bald Pleite gehen würde usw. Alles eigentlich ganz – in Anführungszeichen – „vernünftige“ Beispiele, warum man manche Artikel und Videos löschen oder User bei Facebook sperren müsste. Da ging es ja rein um Beleidigungen und Bedrohungen, Gewaltverherrlichung und sowas. Thomas hat dabei auch sehr das neue Gesetz der Bundesregierung gelobt, denn dadurch gäbe es jetzt die Möglichkeit, gegen solche Leute, die solche Hassnachrichten schreiben, vorzugehen, damit die sich nicht mehr trauen, so was zu schreiben. Wir wären dabei eben eine Art Facebook-Polizei, die Facebook für die friedlichen Nutzer ein wenig besser machen würde.

Thomas hat uns dann am Ende des Vortrags sogenannten Mentoren zugeteilt, die uns die Räume, Computer und Programme und alles zeigen und uns einarbeiten sollten.
Das war wirklich sehr entspannt, wir haben uns erst alle vorgestellt, erzählt, was wir so gemacht haben und was wir noch vorhaben im Leben und so. Das Gespräch wurde dann aber auch wieder schnell politisch. Meine Mentorin, die Sabine, hat damals gesagt, dass wir uns der Verantwortung bewusst sein müssen, die wir hier tragen würden. Wir ständen immerhin vor einer wichtigen Bundestagswahl, und ein Beitrag auf Facebook könne sich eben schnell mehrere 1000 Mal teilen lassen und dann sozusagen viral mehrere Millionen Menschen erreichen. Darunter gäbe es eben auch Nachrichten, die die Nutzer verwirren würden oder Unruhe in der Bevölkerung stiften oder sie aufhetzen würde, und dann würde eben schlussendlich auch mehr Leute die Nazis von der AfD wählen, was dann bedeuten würde, dass die Gewalt wieder zunimmt und wie wieder so was haben wie im Dritten Reich. Und das wollte sie nicht und ich natürlich auch nicht.

Hanno Vollenweider:
Das hat diese Sabine so gesagt? Wenn man mal vernünftig denkt und diesen sinnlosen Vergleich zwischen AfD und Drittem Reich weglässt, hat sie eigentlich gesagt, dass sie dort sitzt und Nachrichten löscht, die die Leute bewegen können, ihre politische Meinung zu überdenken, oder die sie in ihrer Kritik an der aktuellen Politik bestärken würden. Das wäre ja eine Art Beeinflussung, wie es sie sonst in einer Demokratie nicht geben sollte.

Melanie C.:
Ja, das hat sie so gesagt, und es geht ja noch weiter: Sie meinte dann, wir wären das Schutzschild der Demokratie und würden mit unserer Arbeit sehr viel dafür tun, dass die Nazis – damit meinte sie immer die AfD – in Deutschland nicht an die Macht kommen würden.

Hanno Vollenweider:
Aber hat dich das nicht stutzig gemacht? Anderen die Meinung zu verbieten oder in die Meinungsbildung einzugreifen, ist ja schon etwas anderes, als Drohungen oder beleidigende Kommentare zu löschen und vielleicht den ein oder anderen ausfälligen User zu verwarnen?

Melanie C.:
Ja, heute denke ich da auch anders drüber, aber zu dem Zeitpunkt war ich total davon überzeugt, dass das richtig ist, was ich tue. Jeder dort hat so gedacht, es hat niemand etwas kritisiert, ganz im Gegenteil, man ist immer noch angefeuert worden, mehr und noch mehr zu löschen oder zu bannen.

Hanno Vollenweider:
Diesbezüglich hast mir im Vorgespräch von deinem Supervisor erzählt.

Melanie C.:
Ja, man muss sich das so vorstellen, dort saßen rund 40 Personen in einem Raum und 2 Leute waren Supervisoren, an die man sich wenden sollte, wenn man Fragen hatte, sich nicht sicher war, oder Postings von einer Internetseite entdeckt hat, die noch nicht in der Liste der Fake- und Hass-News-Seiten verzeichnet war. Die sind aber auch immer um uns herum geschlichen und haben einem über die Schulter auf den Bildschirm geschaut. Wie eben so eine Art Einpeitscher auf einer römischen Galeere. Da ist es dann auch schon mal vorgekommen, dass die einen angeraunzt haben, wenn man Beiträge nicht entfernt hat, die das System – also der Algorithmus – aufgrund der benutzen Wörter als potentielle Fake oder Hassnachricht rausgesucht hat, die man aber persönlich für eigentlich eher harmlos oder halt einfach normale Berichterstattung hielt.

Hanno Vollenweider:
Okay, gehen wir hier mal kurz ins Detail. Facebook hat also ein Programm, einen Algorithmus, der anhand der benutzen Wörter und der Quelle bzw. der Internetseite, von der diese Nachricht kommt, vorentscheidet, ob eine Nachricht Fake-News, Hass-Botschaft etc. ist oder nicht, und du hast dann dort vor dem PC gesessen und eine Form der Endkontrolle, wenn man das so nennen will, durchgeführt. Ist das richtig? Habt ihr diese ganzen Meldungen dann gelesen oder recherchiert, oder wie muss ich mir das vorstellen? Um so was wirklich nach dem Wahrheitsgehalt zu prüfen, benötigt das doch Zeit, gegebenenfalls müsste man auch Sachen zur Diskussion stellen müssen.

Melanie C.:
Zu deiner ersten Frage: Ja, das mit dem Programm ist so, und zu deiner zweiten Frage: Nein, dafür hatten wir gar nicht die Zeit, und das wollte auch niemand dort. Wir haben innerhalb von kürzester Zeit entscheiden müssen, was wir durchlassen und was nicht. Gelesen haben wir die Beiträge dort eigentlich nicht, dafür war gar nicht die Zeit bei der Masse an Meldungen die da reingekommen ist. Am Anfang habe ich mir die Meldungen, teilweise auch noch genauer angesehen. Wenn man dann aber zwei, drei Mal angeschnauzt wird, weil man zu langsam ist oder dem Algorithmus vertrauen soll, dann nickt man nur noch stumpf das Meiste ab.

Hanno Vollenweider:
Du sagtest vorhin, ihr hattet eine Liste mit Hass-News-Seiten. Was waren da für Internetseiten drauf und wie haben die sich, sagen wir mal, „qualifiziert“, um auf diese Liste zu kommen?

Melanie C.:
Da waren eine Menge Seiten aus dem In- und Ausland drauf, mit Sicherheit 300 Stück oder mehr. Das waren Seiten wie PI-News, Philosophia Perennis, oder eure Seite, DieUnbestechlichen. Aber auch viele so kleinere Blogs von irgendwelchen Leuten, viele ausländische Seiten auch – also überwiegend Seiten, die kritisch über die Regierung oder zum Beispiel Flüchtlinge und Kriminalität von Flüchtlingen und Ausländern berichten. Wer auf diese Liste kommt, haben die Supervisoren entschieden. Die haben das anhand der Menge der Hass-Nachrichten und Fake-News, die das System ausgefiltert hat, ausgewertet. Dazu kamen auch immer wieder Updates von – ich sage mal außerhalb – welche Seiten und welche Meldungen auf die Liste kommen bzw. was wir bevorzugt dann als Spam, Fake und Hass-News abtun sollten. Wir hatten dafür extra zwei Mal die Woche am Morgen ein Meeting, wo man uns auf dem Laufenden gehalten hat.

Hanno Vollenweider:
Was heißt denn, es kamen Updates von außerhalb?

Melanie C.:
Wir hatten immer wieder Besuch von einer jungen Dame, die dann in den Meetings auch ab und zu gesprochen und sich bedankt hat für unsere Arbeit. Die hat nach Aussagen der anderen Mitarbeiter für eine Stiftung gearbeitet, die von der Bundesregierung beauftragt ist, sich um Hate-Speech im Internet und z.B. auf Facebook zu kümmern. Mehr habe ich darüber aber nicht erfahren. Also das hat mich auch erst im Nachhinein stutzig gemacht. Die Dame war es aber auch, die so rund 4 Wochen vor der Wahl den Kreis der Meldungen, die wir durchlassen sollten, immer enger geschnürt hat. Da hatten wir extra ein Meeting, das über zwei Stunden gegangen ist, da hat sie uns aufgeklärt, wie besonders wichtig unsere Arbeit in der Zeit jetzt ist.

Hanno Vollenweider:
Okay, sind dabei vielleicht mal die Namen der Bertelsmann oder Amadeo Antonio Stiftung gefallen?

Melanie C.:
Das kann ich so nicht genau sagen, aber das könnte gut sein. Das ist so ein Punkt, den ich erst jetzt beginne, zu hinterfragen.

Hanno Vollenweider:
Kannst du mir das Vorgehen vor der Bundestagswahl etwas näher erklären? Habt ihr dann mehr löschen müssen? Was für Meldungen wurden denn dann vermehrt gelöscht? Du sagtest auch was von „Meldungen durchgelassen“, wie meinst du das speziell in diesem Zusammenhang?

Melanie C.:
Ja, man hat uns vor der Wahl erklärt, dass die Rechten eine unglaubliche Kampagne in den sozialen Netzwerken fahren würden, um die vielen unentschlossenen Wähler zu beeinflussen. Daraufhin sollten wir dann ganz stark ausfiltern. Da ging es dann eigentlich auch nicht um irgendwelche Fake-News, sondern um Sachen, die wirklich passiert sind. Wir mussten dann z.B. die Berichterstattung von rechten Seiten über so Sachen wie den Mord und den Prozess an der Studentin aus Stuttgart, also der Maria, die von dem Flüchtling umgebracht und vergewaltigt wurde, oder den Macheten-Vergewaltiger aus Bonn und all diese krassen Sachen, die Flüchtlinge angestellt haben, zurückhalten, damit sich nicht noch mehr auf die Seite der Rechten stellen. Auch Sachen, die Kritik z.B. an der Europäischen Union waren und auch Kritik an der Regierung, nicht nur wegen der Flüchtlingspolitik, sollten wir, so gut es geht, filtern. Außerdem hat man uns da noch mal ganz konkret darauf hingewiesen, dass wir niemanden, nicht mal unseren Eltern, detailliert erzählen sollen, was wir machen. Da habe ich dann auch angefangen, an der ganzen Sache zu zweifeln. Das hatte dann alles schon was von einem Geheimdienst in einem schlechten Film.

Hanno Vollenweider:
Ihr habt also permanent diese ganzen Nachrichten gelöscht. Das muss ja eine unglaubliche Arbeit gewesen sein, bei Millionen von Usern, die immer wieder dieselbe Nachricht posten.

Melanie C.:
Das wenigste wird wirklich gelöscht. Ich habe auch mal gefragt, warum wir die Leute, die diese Sachen immer und immer wieder auf Facebook stellen, nicht einfach rauswerfen, aber man hat mir gesagt, das ginge nicht. Es sind einfach zu viele Leute und es würde dann doch so direkt nicht mit der Meinungsfreiheit vereinbar sein, wenn man diese ganzen Leute einfach abwürgt. Wir hatten eine Liste mit mehreren tausend Nutzern, die durch das mehrfache Posten von extremen Inhalten aufgefallen waren. Wir haben dann diese Leute versucht, sehr aktiv einfach – ich nenne es mal „weg zu mobben“ –, indem wir denen immer wieder das Konto gesperrt haben oder Funktionen eingeschränkt wurden, dass sie z.B. mal für 30 Tage gesperrt waren oder 7 Tage nichts mehr posten konnten – klar, die ganz heftigen konnten wir schon löschen, weil sie ja dann gegen die Facebook-Bestimmungen verstoßen hatten. Aber bei denen, die eigentlich nichts Verbotenes posten, sondern nur Sachen, die halt rechts sind, haben wir eben diese Methoden aufgefahren. Das war in sehr vielen Fällen auch von Erfolg gekrönt. Über die Hälfte der vorübergehend gesperrten Profile – so hat man mir das zumindest gesagt – haben dann keinen Ausweis eingeschickt, um wieder entsperrt zu werden, und haben die dann wohl einfach aufgegeben.
Ja, und dann gab es die ganz hartnäckigen User, die Gruppen von AfDlern, diesen Patrioten, Reichsbürgern und wie sie alle heißen, und die Fan-Seiten, die manche Blogs auf Facebook betreiben und auf denen sie ihre eigenen Beiträge posten. Bei denen hilft dann nur noch ihre Posts für andere nicht mehr sichtbar zu machen, sowas haben wir – das hattest du ja auch gefragt – auch ganz allgemein bei Beiträgen von manchen vermeintlichen Fake-News-Internetseiten gemacht, bei euch zum Beispiel auch.

Hanno Vollenweider:
Also ein sogenannter Shadowban, bei dem man zwar als User einen Beitrag auf sein Profil oder in eine Gruppen stellen kann, der dann aber in den Timelines der anderen User, also Freunden oder Leuten, die mit einem in der gleichen Gruppe sind, nicht auftaucht, wie es normalerweise üblich und sinngemäß wäre. Bzw. Beiträge, die man nur sehen kann, wenn man gezielt danach sucht. Ist das so gemeint?

Melanie C.:
Ja, so ungefähr funktioniert das.

Hanno Vollenweider:
Aber das ist ja Zensur! Sogar auf die schlimmste Art und Weise. Immerhin suggeriert man damit den Leuten, sie hätten eine freie Meinung und könnten diese auch kundtun, dabei sieht sie niemand. Ich möchte jetzt dazu sagen, dass wir sowas schon geahnt haben, denn bei uns ist die Klick-Rate derer, die von Facebook auf unseren Blog kommen, um über 90% zurückgegangen. Bei Blogger-Kollegen wie David Berger ist es nach seiner Aussage noch schlimmer. Viele kritische Blogger sind sogar ganz entsorgt worden, habe ich gesehen, oder man hat sie wegen irgendwelchem Mumpitz schikaniert. Jürgen Fritz ist das so gegangen, und Anabelle Schunke, soweit ich weiß. Auch unserem Autor Garwin Weißenstein ist nach einem islamkritischen Beitrag einfach sein Profil gelöscht worden. Wir blenden dazu hier den Link zu der Seite ein, auf der der bekannte Rechtsanwalt Joachim Steinhöfen einen Haufen Fälle in diese Richtung gesammelt hat (https://facebook-sperre.steinhoefel.de/). 

Aber jetzt mal ehrlich, habt ihr euch da keine Gedanken gemacht, ihr könntet sowas werden wie eine neue Internet-Stasi?

Melanie C.

Zum Ende hin ja, also zumindest ich. Ich konnte das auch nicht mehr. Wenn ich das Thema aber angeschnitten habe, dann bin ich entweder von den Kollegen angegangen worden oder man hat mir erklärt, dass Facebook ein privates Unternehmen sei und machen könne, was es wolle. Außerdem war da ja das Netzdurchsuchungsgesetz schon so gut wie beschlossene Sache, und man hat mir erklärt, Facebook müsse so handeln, weil es sonst riesige Strafen von der Regierung bekommen würde und es Facebook dann vielleicht in Deutschland nicht mehr gibt oder so.

Ich muss das vielleicht so erklären, ich war da mehr oder weniger nur von jungen Männern umgeben, die das alles, was wir da gemacht haben, total unterstützten. Viele von denen sind politisch aktiv, und in manchen Raucherpausen ist der ein oder andere sogar richtig aggressiv geworden, wenn es um aktuelle News oder die AfD oder so ging. Dann sind da Sprüche gefallen, die hätte ich von Nazis erwartet, aber nicht von Leuten, die ich am Anfang für normal gehalten habe. Mir sind viele der Sachen, die wir zensieren mussten, auch am Abend noch durch den Kopf gegangen. Dann habe ich angefangen zu recherchieren. Ich bin selber auf dieUnbestechlichen, JournalistenWatch, Opposition24 – und wie sie alle heißen gegangen – und habe die Sachen nachrecherchiert. Zu mehr als ¾ der Artikel habe ich Beweise gefunden, dass das keine Fake-News sind.

Hanno Vollenweider:
Du hast mir im Vorgespräch gesagt, du hättest am Ende auch wegen dieser Aggressivität die dort geherrscht hat, wirklich Angst gehabt, etwas zu sagen und den Entschluss gefasst, dich der Öffentlichkeit mitzuteilen. Wie denkst du heute über das, was passiert ist?

Melanie C.:
Hanno, ich fühle mich wirklich schlecht. Ich habe das Gefühl, wirklich etwas Schlechtes getan zu haben, auch gegenüber der Opfer der Verbrechen in den Artikeln, die ich als Spam abtun musste. Mir ist, als hätte ich Menschen irgendwie manipuliert und um ihre eigene Meinung betrogen.

Hanno Vollenweider: 
Eine letzte Frage, Melanie. Es wird Leute geben, die meinen, dass dieses Interview auch nur Fake-News ist. Stündest Du mit Deiner Aussage zur Verfügung, wenn es zu offiziellen Ermittlungen kommen sollte – also mit Deinem vollen Namen.

Melanie C.:
Ja, auf jeden Fall.

Hanno Vollenweider:
Melanie, ich danke dir für das Gespräch. Ich hoffe, dass wir damit vielen Leuten die Augen öffnen können, und vielleicht tut sich ja aufgrund deiner Aussage was. Wie ich heute auf der Hinfahrt zu dir erfahren habe, hat die OSZE das Netzwerkdurchsuchungsgesetz bereits scharf kritisiert. Von dort heißt es, dieses Gesetz hätte vielleicht eine abschreckende Wirkung auf die freie Meinungsäußerung. Vielleicht wird dieses Vermächtnis von Heiko Maas ja das am kürzesten gültige Gesetz in Deutschland. Für unsere Freiheit und unsere Demokratie können wir das nur hoffen.

 

 

Ich war mit fünfzehn Menschen in Leipzig und in Halle im Oktober auf der Straße

 

.... und vor den Rathäusern. Ich finde es frappierend, es sind die selben Leute geblieben, die AfD gewählt haben. Gauland brachte mich auf den Gedanken "Wir holen uns unser Land zurück!". Wieso, welches Land, dachte ich. Man hat hier mit der Treunhand, den Rechtsanwälten, Steuerberatern, der Staatsbürokratie, der Veränderung der Grundbücher und auch den jungen Leuten alles aus Ostdeutschland "rausgeholt". Hier ist nicht mehr viel geblieben...Kein DAXbetrieb, eine Bundesligamannschaft, in den Ebenen der Politik und Verwaltung, die gehoben sind, sind bis zu 60 - 80 % Westdeutsche tätig, die zum Verzehr ihrer Rente und Pensionen wieder in den Westen oder Spanien zurückgehen. Was hier noch geblieben ist, ist alt, war streitbar, ist arm, ist enttäuscht und ausgenommen worden. Vielleicht haben es 15 - 20 "Ossis" geschafft. Ich habe da vor zwanzig Jahren schon eine schöne Geschichte geschrieben, genau über diesen Vorgang..Sie fiel mir jetzt wieder in die Hände... Nun ja. Nochmals, es ist wahr, man müsste eine Untersuchung anstellen, ob AfD Wähler im Oktober oder so 89 dabei waren. Ich denke, viele. Ich rede von denen, die wirklich auf die Straße gegangen sind, nicht die, die sich danach "entrüstet" hatten oder haben. Sogar die Pfaffen haben sich ihre Rechte und Latifundien geholt, andere ihre Besitztümer...Vielleicht holt sich unbewusst die AfD die Revolution zurück - eben die, die im Osten in Leipzig dabei waren, die vorher nach Ungarn über die Grenze gegangen sind oder solche wie ich, ganz vorn, vor Böhme stand ich mit meiner Frau und hatte eine Scheißangst um unsere Kinder, denn ich wusste von den damaligen "Kämpfern", sie stand in 13 Gassen um den Marktplatz herum. Mit entsicherter Schußwaffe. Natürlich könnte man jetzt weiter faseln...Sie Revolution frisst ihre Kinder... Nein, so weit geht das nicht, aber es ist eine Menge dran, sehe ich die Linke im Bundestag über den Neofaschismus schwafeln, dabei geht es nur um die "Kohle", den fast 100 Abgeordnete haben wieder, nun BTW, ihre so wirklich tollen Jobs verloren - mit Anhang, besser mit Schweif, wie verglühende Kometen...

 

Globale WELT - Vielfalt gegen Einfalt?

 

Der Nationalismus ist Schuld an allen Kriegen? Ich muss lachen, es waren immer Religionen und Ideologien und es war die Machtgier von "Protagonisten", die die Kriege entfaltet hatten und haben. Nach (oder vor) den Nationalisten, kommen Regionen (Katalonien, Bayern, Schottland...). Nun werden Regionalisten (?) verantwortlich gemacht, weil sie sich nicht mehr ausplündern lassen wollen. Bald werden es die Lokalen sein, Die Lokalpatrioten, die an allem Schuld haben. Danach die Familien, der Einzelne und zuletzt der Wassertropfen. Im Wassertropfen spiegelt sich zwar die Welt (Goethe - denke ich), aber der Wassertropfen ist mit das unschuldigste Gebilde auf diesem Planeten. Globaler Neoliberalismus, ungehemmte und ungebremste Ausbeuter, das sind die Feinde der Menschheit neben den religiösen Spinnern (die sogar ihre eigene Kultur zerstören, man denke nur an die Araber, die in der Mathematik, Astronomie und Medizin fortschrittlich waren), bevor sie moslemisiert wurden. Oder die UdSSR oder Attila oder Hitler oder Napoleon oder auch Cäsar, alle haben ihr Glück mit der Dämonisierung und Unterdrückung der Welt versucht. Inzwischen behauptet David, der philosophische Alleinunterhalter im ZDF, unter und vor Luther wurde das Mittelalter konservativ, weil es einen Irrweg spürte. Das untermauert er noch mit der industriellen Revolution. Und - das Tollste, Herr Precht spricht Hochdeutsch. Woher er das nur hat? Vielleicht sollte er den Morgentau (nicht den mit -thau) auf einer erblühenden Rose anschauen, um im Wassertropfen wieder die Welt begreifen zu dürfen. Deutschland - wir haben ein Problem. Das begann mit dem irren, geschichtsverblödenden Satz: Der Islam gehört zu Deutschland...Eher gehört Goethes Wassertropfen zu Deutschland und zu Europa, als die sandige Subkultur der Islamisten zu uns aufgeklärte Menschen.

 

 

 

I. Vierteljahr 2017 und wie geht es weiter?

 

Macht euch keine Sorgen, Konflikte entladen sich, Probleme werden gelöst. Eben kam über die Sender, wie schlimm doch Herr Trump die Frau Merkel beleidigt haben soll (Er hielt den Flüchtlingszustrom für verrückt und demnach ist Frau Merkel eben eine "Verrückte"). Übrigens kein Wort von (einigen) den ZDF Fressen, wie sie auf Trump während der Vorwahl in Amerika eingeschlagen haben. Das Gegackere und das Gelächter und danach froren früh um 5:00 Uhr die Gesichter ein. Danach die Belehrungsode der Kanzlerin und keine Gratulation. Die Kanzlerin hatte doch einfach vergessen, die Amys haben uns Deutsche im letzten Jahrhundert 4 x (viermal!) den nackten Arsch gerettet. Das waren Fakten (Versailles, Schicklhuber, Rosinenbomber und Cubakrise und natürlich 1989...).

Ich weiß, leicht narzistische Menschen wie Donald Trump, die auch Firmen führen und wachsam nach allen Seiten blicken und auch Beleidigungen nicht vergessen, schlagen zurück. Trump hat fast nur Unternehmer um sich. Die Ökonomie wird das Primat haben und hast "Du" nicht gesehen, es wird bis zum Sommer alles anders. Es kann sein, wir werden als unwirtschaftlich verworfen. Ausschuss, da sagt man, weg damit und ab in den Ramsch. Wir werden entweder Ramschware für den Islam oder Trump sagt, unter folgenden Bedingungen geht es weiter, weil er als kluger Mensch genau weiß, mit einer ganzen Produktpalette und mit einem guten Endprodukt ist der "Westen" stärker. Vielleicht braucht er noch Europa, vielleicht. Und, neben den Religionen und Ideologien wurden auch Kriege um die Vormachtstellung der Ökonomie geführt. Die Entscheidung fällt bald, ob Nordkorea (China) oder Deutschland (Russland). Da die dummen Grün-Intellektuellen nicht in Zusammenhängen weder kausal noch dialektisch denken können, zappeln die wegen und mit der "Gerechtigkeit" herum. Also, die Sender und die Presse lösen keine Konflikte, sie schaffen oder verhärten sie, weil sie optimiert lügen (also zum eigenen Vorteil). Ich bin gespannt, wie lange sich Frau Merkel noch Naivität oder auch Starrsinn leisten kann. Noch zuletzt, irgend wann ist Ungerechtigkeit angebracht. Da fällt eine B. daneben, da verliert der Falsche den Krieg (bei Obama waren es gleich sieben auf einen Streich - Der Herr der Fliegen) oder wie sagt man, ein Humanist muss zuschlagen können, denn die unaufgeklärte und inhumane Welt ist schlecht. Ich bin davon überzeugt, diese 20 unabhängige Milliardäre in den USA, die werden Lösungen finden. Nicht nur wegen Öl und Geld. Erfinder, Wirtschaftsleute, Ökonomen, Entdecker haben immer Lösungen gefunden. Nur die dummen Ideologen, Heilsbringer, Gerechtigkeitsfanatiker und gottgewollten Spinner bringen Tod und Leid. Kann sein, ein Meteorit kommt im Oktober doch unserem Planeten zu nahe, oder der Totalkommunist in N.K. lebt nicht mehr der Göttliche Herr der Revolutionsgarden hat doch heimlich eine AB gebaut - naja usw.. Da haben wir noch den durchgeknallten Feind des Herrn Böhm... Verlasst euch drauf, die, die immer quatschen und nichts tun wollen weil sie denken, man müsste sie nur für ihre schlauen Sprüche ordentlich bezahlen, werden in den Orkus verschwinden. Die Menschen haben sich bisher immer auf das Praktisch, auf das Wertschöpfende und auf das Überleben eingerichtet - nicht alle, wohl gemerkt. Faule Spinner gibt es in Deutschland genug. Hoffentlich erwischt es nicht uns. Im Kern sind wir doch die Guten, nehme ich mal das Rot-Rot-Roth Gedöns weg.. Schönes Wochenende. Vielleicht kriegt es die Merkel hin - verdient hat sie es aber nicht. Übrigens, heute in der "heute-show" wird wieder gehetzt, gegen Trump. Bin mal gespannt, wie lange diese sehr deutsche Dumm-Botschaft noch gut geht. KERNSATZ: Uns schützt nicht das, was wir denken und sagen, nein, wirklich nicht.

 

Die Tauben und die Falken

 

Zwei Lager (Gruppen) in den USA stehen sich gegenüber. Die Falken drängen Trump zur Kontroverse, die „Tauben“ also die Friedensproduzenten wollen bilateralen Handel. Um die die Konsequenzen zu verstehen und die Auswirkungen zu beschreiben, hier ein Essay. 
Das Land Russland (SU) hat mehr als 25 Mio. Menschenleben im 2. Weltkrieg gegen die Deutschen verloren und es wird nicht zögern wenn der alte Feind (die Deutschen) es mit dem Rücken an die Wand stellen. Der Grad des Gefühls für eine SELBSTZERSTÖRUNG ist bei den Deutschen, Russen, Japanern so ausgeprägt, dass nur noch eine totale Kapitulation oder der Tod sie stoppt. Die Deutschen begreifen es nicht, so ähnlich wie bei uns im Osten früher, sie ziehen in den Krieg, weil ihre Sturheit und ihr Starrsinn so ausgeprägt ist, wie es eben nur bei Religionen und Ideologien üblich ist. Am „Deutschen Wesen“ sollte die Welt schon mehrmals genesen. Was für ein wunderbares Volk, das jetzt von diesen „linksversifften“ 68-ziger geführt wird, die sich nicht im Traum vorstellen können, das alles, was andere sagen, unwahr ist und das, was sie selber sagen, nur richtig sein kann und sie fahren mit dem Fahrrad, einem durch vegan beeinträchtigten Geist, von dem Recht- und der Redlichkeit ihrer Gewalten, Erbschaften, Projekten und Steuererklärungen beeindruckt, ihrem Wesenszug gemäß, in den Krieg. Zu Hause haben sie die Kritik unterdrückt. Nachdenkliche Leute, die nicht dem Meinungsstrom entsprechen, haben sie still und stumm und die Lauten zu Lügnern gemacht. Sie legen sich mit Atommächten an, sie importieren überheblich das Leid der Welt ohne zu begreifen, dass der Leidensdruck nur der Berührung oder der Erweckung durch Hilfe zur Selbsthilfen bedarf, sie reisen um den Erball und „verballern“ Milliarden und sie glauben immer wieder, mit dem Geld lässt sich alles machen und regieren. Politik lässt sich ab irgendwann nicht mehr steuern, weil Überheblichkeit, Maßlosigkeit und Missachtung gegenüber dem Alltag und den Menschen alles entwertet. Die Brücke ZUKUNFT wird irgendwann kein Geländer (Werte) mehr haben. Die Faust, die Waffen, das Blut werden bald die Themen sein. Und - das Ziel (Prinzipien, sagte der Kanzleramtsminister) werden auf biegen und brechen umgesetzt. Ein Schritt zurück, loslassen, kapitulieren - sie haben das vergessen, wie das funktioniert. Nach B. Brecht ist der III. Punische Krieg fällig. Erst wenn zwanzig oder dreißig Millionen zerfetzte Kinder, verbrannte Frauen, zerrissene Männer zu einem Leichenberg in Deutschland gewachsen sind, die kein Gerichtsprozess oder ein Tribunal mehr möglich oder verständlich machen wird, wird das alles ein Ende haben. Die Einmaligkeit, die Unaustauschbarkeit und die Unverwechselheit des MENSCHEN, dieser an sich mit seinen Möglichkeiten, wird „egalisiert“ wie ein Hühner- oder Schweinestall mit Hunderttausend Tieren. Menschenleben haben wegen der Formalisten, Prinzipientreuen, den Zwanghaften und den „Fakt(toten)“ ,den Scheingerechten und auch sonst dem konfliktscheuen, angepassten Journalisten- und Politikgesindel nur einen kollateralen Wert. 
Diese Regierung, diese Besessenen, diese Journalisten haben die ethische ACHTUNG vor unserem Volk und der Welt, die sie kannten, verloren. Sie haben „Zuhause“ eine große „abhängige“ Gefolgschaft, die sie bejubelt, die sich angewiesen fühlt und keinen Widerspruch wagt. Sie erkennen es nicht, nein, sie erkennen und begreifen es nicht, ihre alles um sich selbst drehende (würde der Berliner sagen) große Schnauze bringt uns um - sie selbst auch mit. Auch das wäre nicht gerecht, denn wir hätten uns alle nichts mehr zu sagen, wer könnte schon mit einer verbrannten Zunge im Kopf noch reden. Brecht sagte weise voraus, Karthago war nach dem III. Krieg nicht auffindbar. Das, was in Aleppo, mit der Krim, mit Präsident Trump, mit Putin mit den afrikanischen Flüchtlingen, mit Griechenland und was in Paris beginnt, macht jeden vernünftigen Menschen, der die Wirklichkeit noch einschätzen kann, schon vorher sprachlos.
Und, der Betrüger redet dem Betrogenen den Betrug ein, der Mörder verlangt das Messer vom Opfer zurück, was diesem im Rücken steckt, verlangt, dass sie sich alle räkeln auf dem Sofa und sich über banale Filmchen freut, in denen ständig Menschen erschossen werden und sie nennen das Politik, was sie dem Volk antun und brüsten sich noch mit ihren Fehlentscheidungen, die sie Zuwanderung, Milliarden, Kriegshetze, Einmischungen, Erpressungen Dritter nennen, weil sie kein Gewissen haben. Wählt diese kopflosen Irren ab, die nicht an die Zukunft denken können, weil sie von einer Sitzung zur nächsten, von einem Klo zum anderen und einem Essen zum nächsten Bankett nur denken können und das Wichtigste der Welt ständig besprechen, nämlich SICH und alles, was sie daran und ihren Plänen hindert, hat SCHULD.

 

 

Am deutschen Wesen soll wieder die Welt genesen:

 

Die „Grünen“ wollen die ERDE retten und verteufeln die WELT der Menschen. Dort, in ihrer WELT, haben sie sich schon längst aus dem Alltag abgehoben. Sie haben den Marsch durch die Institutionen geschafft, haben die höchsten Gehälter und sie leben vom und in im Staat und seinen Möglichkeiten (Staatsbürokratie, die von ihnen mit geschaffen wurde). Sie haben die Besser-Verdiener-Partei FDP weit hinter sich gelassen. „Arbeitende GRÜNE“ kenne ich nicht. Nur Randalierer. Es sind wein- und biertrinkende, schwätzende (R-h). ihren Leib zerstörende Grüne, weil sie gern schnell fahren, viel saufen, nicht wenig rauchen und relativ ungepflegt oder wiederum überbepflegt durch die Gegend duften. Der tollste Satz der Grünen: Das Betreten des Waldes ist für Menschen verboten. Übrigens, fast jede Dokumentation im TV über die Tier- und Pflanzenwelt ist so „gestrickt“, dass der schuldhafte, bekannte Verursacher wie eine drohende Macht gegen wirklich vereinzelte und einsame Forscher und Erkunder steht (der NABU Publizismus) steht. Die Erkunder (Forscher sind es in der Regel nicht) geben sich grün, sogar schamlos, stellen sich als Verbesserer der Erde aus und vor, beziehen aber üppige Pauschalen, Reisekosten, Honorar und Diäten von den schmutzverbreitenden Steuerbürgern, für die sie neue Einsichten produzieren. Hier ist der Kreislauf jeder sozialen Gerechtigkeit zerbrochen. Der Bürger ist der Dumme, der die Ideen, die ihn ärgern und die wenig durchdacht vorkommen, auch noch bezahlt. Er wird also von den Grünen ausgenommen und noch dafür beschimpft, er sei der größte Umweltverschmutzer und habe eigentlich auf diesem Planeten nichts zu suchen. Noch tolldreister ist der Geldzerstörungswille und das Zerbrechen eines Wertecanons durch die Grünen. Durch die Ver- und Behinderung der (Verbesserung des gesell. Zusammenlebens von gesteuerten Prozessen) des Weiterbauens oder des Umgestaltens von Gebäuden, Straßen, Wegen, des Schienenverkehrs, des Schiffsverkehrs und Autobahnen usw. usw.) werden Milliarden verplempert, alles mit delegierter Schuldzuweisung über endlose Prozesse und Baustopps (wegen Erd-Erhaltung). Auch die Schuld daran, jährlich mitverantwortlich für Millionen Hungertote zu sein, das können die Grünen auf ihr Konto verbuchen. Seit zehntausend Jahren laufen die Vorgänge um die Saatguterhaltung und die Zucht von Sorten (Getreide z.B.) ohne das Dazutun der GRÜNEN. Es wurde also schon immer „manipuliert“ (Dreifelderwirtschaft, moderne Landwirtschaft durch industrielle Modernisierung, vom Dampfpflug bis zum Ballonreifen heutiger Traktoren)?. Heute sind Ergebnisse von mitunter zwei oder drei Ernten nicht möglich, weil die Landwirtschaft wieder ins späte Mittelalter zurück soll. Nur für die Bürger und Abgeordneten mit dem nötigen Kleingeld in der Tasche ist ausreichende und abwechslungsreiche Ernährung da. Das erinnert mich an die Fürstenzeit, dem Bauer die Schleimsuppe, für den Fürsten die Fasane und der Wein. Sie sehen ja auch nicht so aus, als wären sie vom Fleische gefallen. Sehe ich das richtig, haben nicht -zig Nobelpeisträger ihre Verachtung gegenüber den Grünen zum Ausdruck gebracht, weil sie das Welternährungsproblem konservieren? Ideologie stand schon immer gegen sachliche Vernunft. Ideologen sind auch immer Kriminelle. Aus der grünen Partei, die irgendwann einerseits noch kettenrauchend, andererseits mit Gasmasken mit dem Fahrrad an Buna und Leuna vorbeigefahren ist, sind heute die EDLEN unserer Art auferstanden. Zugeklunkerte Dummschwätzer, die am Wahl-Fress-Trog hängen. Sie sind Ideologieträger, die eine „entrasste“, „enthistorisierte“, „multikulturelle“ „multireligiöse“ Welt wollen. Der Kern des Denkens der Linksintellektuellen ist faschistoid, weil sie eine Gleichschaltung bündeln wollen, die das Individuum erstickt und ideenlos macht.

 

 

Was der Welt fehlt...

 

Ja, wir essen zuviel Eis. Vielleicht noch mit Erdbeergeschmack gefällig. Was soll das Geheule, schickt die jungen, grünen Helden mit Frachtern und Kuttern, um den Müll ihrer Eltern und Großeltern aus dem Stillen Ozean zu holen. Da können sie vielleicht eine Walfluke zu sehen bekommen. Fangt was an. Da gibt es noch viel mehr: Baumreihen pflanzen, Solarkraftwerke, Ernährungshilfe, Wasser reinigen, Saatgut, Sauberkeit, Dach über dem Kopf, Wärme für Frierende, Essen für Kinder und keine Hilfe für Aussaatflächen in der EU, schafft die Atomraketen ab und nehmt die Energie, sonst haut uns das Klima um, vergrabt den Atommüll dort, wo sich eine Geo-tektonische Bewegung unter eine Platte schiebt, schlagt die Banken kaputt, die nicht helfen sondern nur prassen wollen, geht mit der Waffe auf Despoten und Kriegsherren los und bringt sie um und versucht der „jüngsten“ Weltreligion beizubringen, wie Humanismus, Aufklärung und Friedlichkeit funktionieren. Unerträglich, diese geistigen Gehirn-Beschwerer, die nur hetzen und heulen wie alles zur Scheiße wird und die zu faul sind, ein Stück Papier vom Boden aufzuheben oder einem alten Menschen über eine Straße zu bringen. Sorgt ringsum für BILDUNG und BEREITSCHAFT zur Hilfe gegenüber den Schwachen, aber so, dass der auch aufsteht und für sich zu sorgen beginnt. VERANTWORTUNG - leider auch ein Unwort des Jahres wie auch ARBEITEN...Der Mensch kann alles, es muss ihm nur wichtig sein - kapiert?

 

 

 

Die Angst, den III. Weltkrieg zu verpassen, treibt auch die deutsche Führungselite an und um. Haben sie doch mit Clinton und Obama hart daran gearbeitet, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Sexismus und anderes zu filtern, damit niemand auf die Idee kommt, es ist der politische, weltumspannende Islam, der die Probleme inszeniert, ebenso wie die „kleinen“ Kriege Buschs und Obamas gegen die arabischen Staaten, die diese Präsidenten zu verantworten haben.
Da ist jede menschliche Kraft und Kreativität nur recht, um Unmöglichkeiten glaubhaft zu machen, die einen einfachen Namen hat; Die Fress-, Verteilungs-, und Bereicherungs-Globalisierung. 

Nationale, authentische und identische Glaubhaftigkeit sind da im Wege. Die Welt (Erde) gehört morgen Allah, Soros, den Großkonzernen und den Eliten, die sich hinter sich die Religionen und Ethnien unterschiedslos sammeln, um die zufälligen Anführer, einen Schokoladenfabrikanten und einen Immobilienhai, in einen Krieg mit der übrigen Welt zu drängen. 
Ja, und die Kunst gehört auch dazu, geschmacklos aus Luthers Glaubensverständnis im Barock neben dieser Triade vom Fressen, Verteilen und Bereichern durch drei auf- und hochstrebende Busse zu symbolisieren. Der grundlegende Irrtum bei der Betrachtung des „Kunstwerkes“ ist offensichtlich, es gab keinen „Kugelfang“ oder eine „Barrikade“, die der horizontalen Beschuss hätte aufhalten müssen oder können, die Brandbomben fielen vertikal. 
Da der OB Dresdens eine Diskussion anregen möchte und dazu aufgerufen hat, hier ein erster Beitrag zu seiner Schrott-Triade auf einem der schönsten Plätze der heute wieder kranken Welt. Das „Kunstwerk“ ist so krank, wie unsere sinnliche Wahrnehmung schon geworden ist. Diese „Ästheten“ wollen Menschen, die mit den Ohren sehen, mit der Nase schmecken, mit dem Tastsinn riechen, mit den Augen hören und mit dem Geschmack fühlen. Eine Tirade der Kaputtheit, des Kaufens und Verwirrens in der nichts mehr stimmt und alles nicht mehr passt, um die Menschen digital zu vereinnahmen für das folgende Ziel: 
Eine globalisierte, nicht differenzierte Welt, einen unbeherrschbaren Multikulturismus und das Bestehen unterschiedlichster, erarbeiteter Auffassungen zu mixen (wie Religion, Ideologie, Militärdespotie, Demokratie, Monarchien), die zuletzt die Raketen, Panzer, Busse und Schlachtschiffe nichts als Erinnerungsmerkmale, sondern als Denkmäler der „Schlachten“ zelebrieren und kultivieren. Eine totaler und übergangsloser Erinnerungsgeschmack, der unterschiedlicher nicht mehr sein kann. Die Schlächter des IS verschanzt hinter Bussen (hier die Frauenkirche), um ihre Feigheit verbergen zu können, gruppiert und umgeben von Kindern und Frauen, die als Kugelfang vielleicht schon verbraucht worden sind. Ein Denkmal des IS, eine Erinnerungskultur der Schande, die ebenso wie der Nationalsozialismus die politische Globalisierung in einer Kultur (Ideologie) vereinheitlicht und aus Opfern Täter stilisiert. Ein Paradigmenwechsel von der Ideologie zur Religion und Konsumtion. Aleppo ist nicht Assad und auch nicht Putin, Aleppo, das sind Busch und Obama und es wäre fast noch schlimmer gekommen, hätte H. Clinton gesiegt und danach sich in geschichtsverfälschenden Kunstwerken gefeiert.

 

 

 

 

Die Kräfte hinter den Kulissen

 

Ich denke, es sind die Linksradikalen und die Grünen, die vernünftige Diskussionen und Wertungen mit rechter Hetze unterlaufen. Eigentlich die Linksintellektuellen in den ÖM Fernsehen und Universitäten. Überall dort, wo viel gequasselt und wenig gearbeitet wird. Arbeit ist ja auch eine Schande oder Sch. da verbündet man sich lieber mit denen, die auch nichts machen wollen - „Zuwanderern“ zum Beispiel. Haltet den Dieb, schreien sie. Ich meine den Esel und schlage den Sack. Der Biedermann zündet Feuer an. In der Schlussphase der DDR haben die Stasileute Staatsverbrechen und Demonstrationen gegen den Staat geplant und durchgeführt, um Beweise gegen Kritiker und oder sogar nur nachdenkliche Leute zu provozieren, damit sie in ihrem „Job“ etwas Sinnvolles nachweisen konnten. Die waren sogar lustig und ideenreich. Nun kenne ich diese Leute von gestern und auch die von heute, sie haben ja über eine lange Liste (damals auch) ihre Namen mit allem Drumherum veröffentlicht. Es sind 24,3 T. Leute. Viele heißen Kevin und Jchageline, hier im Osten, auch sonst konnte ich erkennen, es war von den Adressen und der Konzentration her der „Löwenanteil“ in den Uni-Städten zu Hause. Gern wird eine rechte Blase von / mit linker Füllung erzeugt. Jedenfalls ist es immer rot-grünes Gesabber. Das da oben ist bestimmt eine vernünftige Frau, die auch tatkräftig ist. Und - jetzt wird sie durch das Dorf gejagt und daraus wird Meinungsbildung gemacht, die bekanntlich ja durch die Verallgemeinerung eines Einzelschicksal manipulierbar ist. Es ist wie Film oder Geschichte, es geht nicht um die Wahrheit, es geht um die Wahrhaftigkeit (also keine Presse, sondern Poesie bzw. Literatur). Eine alte journalistische, dumme Masche, man nehme ein Schicksal, greife in die Trickkiste der Geschichte, ziehe wie Popel den Rotz am Faden heraus und behauptet: Unglaublich, sogar dieses Einzelschicksal können sie nicht in Ruhe lassen. Und, so ist es überall. Wieviel „furchtbare“ Einzelschicksale oder „Fälle“ mag es in Deutschland geben? Morgen Kinder, lasst euch sagen, ziehen Millionen in braunen Uniformen durch das Brandenburger Tor. Das dürfen wir vom ZDF nicht zulassen, denn die wollen Ihre GEZ nicht mehr bezahlen. Also, Freunde, wir scheißen dem Volk so lange in die Hose, bis es dement ist und selbst glaubt, es hätte eingeschissen. Das machen wir so lange, bis uns alle Völker Europas oder der Welt immer heftiger zu liebe beginnen und auch daran glauben. Das Loch aus dem es kroch... heißt investigativer Journalismus, der für die „Globalisierung“ Interpretationen benötigte, weil er überfordert war und ist. Und nun haben wir hier die Guten und dort die Bösen. Gottlob, die Welt stimmt wieder. Das begreift selbst der blödeste Zuschauer, ha!

 

 

 

Band III

Kommentare dazu

Reinhardt Cornelius-Hahn

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Gedanken Essay, Zitate und Notizen für die Romane Bände I - III Titel "Das Bauwerk"

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